1. Mai 2014 in der Schweiz

24.05.2014

An rund 50 Orten der Schweiz haben am Tag der Arbeit Tausende Menschen für „Gute Arbeit – Mindestlohn“ demonstriert. Allein in Zürich haben sich 14‘000 Menschen zu einer eindrücklichen friedlichen Kundgebung versammelt.

 

Der 1. Mai 2014 hat landesweit ein kraftvolles Zeichen für die Notwendigkeit der Mindestlohninitiative ausgesandt. So bezeichnete SGB-Präsident Paul Rechsteiner in seiner Rede in Nürnberg (D) die Forderung nach Mindestlöhnen „heute als so zentral wie einst das Verbot der Kinderarbeit, die Einführung von Höchstarbeitszeiten und die Regelung von Ferienansprüchen.“

 

Unia-Co-Präsidentin Vania Alleva wies in Zug auf die Panikmache der Gegner hin: „Sie tun so, als ob bei einer Annahme der Initiative das halbe Land unterginge. Dabei geht es um eine bescheidene Erhöhung der Schweizer Lohnsumme um 0,5%, verteilt auf drei Jahre! Eine wirtschaftlich absolut tragbare Erhöhung – für die Betroffenen jedoch enorm wichtig.“ Unia-Co-Präsident Renzo Ambrosetti verwies in Freiburg darauf, wie die Einführung von Mindestlöhnen den Kampf gegen die Lohndiskriminierung von Frauen voranbringe: „In der Schweiz verdienen Frauen immer noch über 18% weniger als Männer. Zwei Drittel der Tieflohnbeschäftigten sind Frauen.“

 

In Olten zeigte VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz auf, was bessere Mindestlöhne in der Kinder- und Betagtenbetreuung bewirken: „Damit wird die Arbeit attraktiver. Es steigen mehr Menschen in diese Berufe ein und verweilen auch dort.“

 

In Fleurier geisselte Alain Carrupt, Präsident Syndicom, die ungleiche Verteilung in der Schweiz: „In der Schweiz gibt es heute mehr als 11‘000 Personen mit einem Einkommen von 500‘000 Franken oder mehr pro Jahr. Das sind viermal mehr als 1997. Auf der anderen Seite gibt es 330‘000 Menschen, die weniger als 4000 Franken pro Monat verdienen. Das ist ein Skandal!“

 

Weitere zentrale Themen

Daniel Lampart äusserte sich in Rheinfelden und Wohlen auch zur Lage nach dem 9. Februar:  „Unsere Forderungen sind klar und logisch: Wer in der Schweiz angestellt wird, muss einen Schweizer Lohn erhalten und zu Schweizer Arbeitsbedingungen beschäftigt werden. Familie und Beruf müssen vereinbar sein. Diskriminierende, unsichere Kontingentssysteme werden wir bekämpfen.“

 

Giorgio Tuti forderte in Brig „‘AHV plus‘ als die einzige Lösung, die wirklich etwas bringt für die Menschen, die schon jetzt im Alter nur noch sehr bescheiden leben können und für jene, die heute ihrer Pensionierung mit grosser Sorge entgegenblicken. Das Anliegen ist dringend. Wir sind zu Recht stolz auf unsere AHV, und das wollen wir auch weiterhin sein können, weil die AHV ein Alter in Würde ermöglicht.“

 

Dass der 1. Mai für den optimistischen Blick nach vorn sorgt, brachte Corrado Pardini in Langenthal zur Sprache: „In der Schweiz scheint alles seinen alten Gang zu gehen: Lohndumping, Abbau des öffentlichen Dienstes, Angriff auf die AHV, Steuersenkungen für die Unternehmen und die Reichen. Die Ökonomen stehen stramm.“ Aber: „Uns trägt an diesem 1. Mai der Wind einer neuen Epoche.“

SGB, E.A. (01.05.2014)

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