125 Jahre 1. Mai

25.04.2015

Weihnachten und Ostern feiert nur die christlich inspirierte Welt, Karneval ebenfalls. Neujahr ist nicht überall am 1. Januar. Der einzig wirkliche weltumspannende Feiertag ist der 1. Mai. In über 100 Staaten ist er heute Feiertag. 2015 sind es 125 Jahre her, seit der 1. Mai gefeiert wird.

 

Seit 125 Jahren wird der 1. Mai weltweit gefeiert, auch in der Schweiz. Der 1. Mai spiegelt die Geschichte der teils weit verästelten sozialen Bewegungen und Parteien für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte. Das gilt international und auch für die Schweiz. Die Gewerkschaften stellen einen bedeutenden Teil – in vielen Staaten klar den bedeutendsten Teil – dieser Geschichte dar. Das Monopol auf den 1. Mai haben und hatten sie jedoch nicht, auch in der Schweiz nicht.

 

In der Schweiz war der 1. Mai zudem stets regional geprägt. Es gab und gibt keine zentralen Kundgebungen. In quasi allen Gemeinden mit über 10‘000 Einwohnern gab und gibt es eine 1.Mai-Veranstaltung. Das begünstigt breite politische Teilnahme und das Mitmachen von Gruppierungen, die mitunter nur über eine regionale Ausstrahlung verfügen. (…)

 

Dominierendes Thema des 1. Mai in den ersten 30 Jahren ist der 8-Stunden-Tag. Seit den 20-er Jahren geniessen die Forderungen nach sozialer Sicherheit ebenso hohe Priorität, wobei je nach Sujet oder Organisation gesetzliche oder gesamtarbeitsvertragliche Umsetzung vorangestellt wird.

 

Ebenso wenig verwundert, dass in der Schweiz als direkter Demokratie am 1. Mai alle kurz bevorstehenden Abstimmungen mit sozialer Tragweite thematisiert werden. In seiner Erscheinungsform hat sich der 1. Mai die 125 Jahre hindurch immer verwandelt und spiegelt so linke Organisationskultur. Dass der Auftritt in Zeiten des offenen Klassenkampfs kämpferischer ausfällt, in Zeiten nationaler Bedrohung durch den Faschismus dagegen nationale Symbolik verwendet, verwundert nicht. Dazu passt, dass am 1. Mai seit den 90-er Jahren gegenüber den 30 Jahren zuvor wieder vermehrt kämpferische Töne vor allem von den Gewerkschaften zu vernehmen sind. Diese fordern nicht nur neue Formen des Schutzes, sondern haben auch Erreichtes gegen Attacken von rechts zu verteidigen. (…)

 

Volksfest

Nicht gewandelt hat sich die 125 Jahre hindurch, dass der 1. Mai neben dem Kampf- immer auch ein Festtag der Arbeiterbewegung war. Für viele Besucher/-innen stellt denn auch der Festbesuch den Höhepunkt des 1.-Mai-Angebots dar. Das ist nicht Ausdruck apolitischen Verhaltens, sondern erlaubt, „die Batterien wieder aufzuladen“. (…)

 

SGB, Ewald Ackermann

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