4% für alle und für Frauen mehr!

17.08.2006

Nationale Lohndemo am 23. September

4% für alle und für Frauen mehr!
 
Am 23. September 2006 findet die vom SGB organisierten nationale Lohndemo auf dem Bundesplatz statt. Die günstige wirtschaftliche Entwicklung lässt genügend Spielraum für substantielle Reallohnsteigerungen sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst. Seit 1991 haben die Bundesangestellten keine Reallohnerhöhung mehr erhalten und auch die Teuerung wurde nicht mehr voll ausgeglichen. Mit Ausnahme der Monopollaufbahnen verdienen die Frauen auch beim Bund immer noch 10% weniger als die Männer. Mit der laufenden PUBLICA-Reform droht den Bundesangestellten ein weiterer enormer Kaufkraftverlust. Aus allen diesen Gründen wird sich garaNto mit voller Kraft an der nationalen Lohndemo in Bern beteiligen.

Es ist höchste Zeit für Lohnerhöhungen. Denn seit bald 15 Jahren kommen die unteren und mittleren Löhne nicht mehr vom Fleck. Nach Abzug aller obligatorischen Abgaben, insbesondere der steigenden Krankenkassenprämien, bleibt den Leuten heute weniger im Portemonnaie als 1990!

Es ist höchste Zeit für Lohngleichheit: Denn auch nach 25 Jahren Verfassungsgebot und 10 Jahren Gleichstellungsgesetz verdienen die Frauen immer noch 20 Prozent weniger als die Männer. Dabei wären alle Voraussetzungen für einen echten Fortschritt da: Die Konjunktur hat kräftig angezogen, und die Ertragslage der Betriebe war bereits in den letzten zwei Jahren gut. Profitiert haben davon aber nur die Aktionäre und vor allem die Abzocker in den Chefetagen und Verwaltungsräten.

Damit wollen wir aufräumen. Jetzt sollen alle profitieren. 4 Prozent Lohnerhöhung haben sich alle verdient. Damit decken wir kaum die aufgelaufene Teuerung und den Nachholbedarf, geschweige denn unseren Anteil am Produktivitätswachstum. Und für die Lohngleichstellung der Frauen braucht es klar mehr. Nur so kann die Lohndiskriminierung behoben werden. Beides können sich die Arbeitgeber auch leisten.

Löhne rauf auch für das Bundespersonal!
garaNto und die anderen Personalverbände der Verhandlungsgemeinschaft des Bundespersonals (VGB) fordern für 2007 mindestens 1,2% Teuerungsausgleich, die Fortsetzung der anstelle der vollen Teuerung in den letzten zwei Jahren bezahlten Zulage von 1,9% sowie eine auf 2-3 Jahre verteilte Reallohnerhöhung von 3%. Die PUBLICA-Renten sind ausserdem mindestens zur Hälfte an die Teuerung anzupassen. Dies ist vergleichsweise bescheiden. Die Bundesangestellten warten seit 15 Jahren auf einen realen Lohnzuwachs, gleichzeitig stiegen bei den verwandten Versicherungen und Banken seit 1993 die Löhne real um 12%. Die Bundeskasse macht laufend bessere Abschlüsse. Der Bund kann und muss es sich leisten. Er darf nicht länger der Lohnentwicklung hinter her hinken und den normalen Teuerungsausgleich verweigern.

Die Gewährung einer angemessenen Reallohnerhöhung ist unabdingbar, um die Kaufkraft des Bundespersonals und zugleich die Konkurrenzfähigkeit des Bundes auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten. Dazu gehört auch eine attraktive Pensionskasse, die sowohl für die Pensionierten als auch für die Aktivversicherten finanziell tragbar ist. Es darf nicht sein, dass die Versicherten allein die Kosten des Systemwechsels bei der Pensionskasse tragen müssen. Mit der laufenden PUBLICA-Reform drohen vor allem der Übergangsgeneration ab 45 Jahren massiv höhere Prämien bei deutlich geringeren Leistungen. Nach dem PUBLICA-Fiasko im Nationalrat ist der Ständerat jetzt gefordert, ein positives Zeichen zu Gunsten der Bundesangestellten zu setzen, um die Vorlage von einem definitiven Scheitern zu retten.
 
Mehr Lohngleichheit in der Bundesverwaltung
Die angestrebte Parität von Frau und Mann ist in der Bundesverwaltung noch nicht erreicht, auch wenn die Unterschiede weniger ausgeprägt sind als diejenige der Privatwirtschaf. Von dem Monopolberufen abgesehen beträgt die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen beim Bund im Durchschnitt 10%; in den oberen Leitungsfunktionen sind die Frauen immer noch stark untervertreten. Der Bund muss eine federführende Rolle in der Förderung der Chancengleichheit übernehmen. Der Frauenanteil in der Bundesverwaltung insbesondere auf Kaderebene ist zu erhöhen. Die 10% Lohndifferenz zwischen Frauen und Männer in der Bundesverwaltung ist mit wirksamen Massnahmen zu beseitigen.  garaNto, vpod und PVB im Rahmen der VGB fordern deshalb systematische Arbeitsplatzbewertungen, wirksames Lohncontrolling und die Beseitigung von Diskriminierungen bei Prämien und Beförderungen.

Aus allen diesen Gründen demonstrieren wir am 23. September in Bern dafür, dass die Löhne deutlich erhöht werden. Helft mit, dass die Löhne gerechter verteilt werden und dass die Frauen klar höhere, in einzelnen Branchen doppelte Erhöhungen erreichen. Kommt alle an die nationale Lohndemo! 2006 soll das Wendejahr in Sachen Löhne und Lohngleichstellung werden.
 
Bern, 23.9.2006; Besammlung um 13.30 Uhr auf der Schützenmatte (neben Bahnhof)

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