Agieren statt resignieren!

23.11.2005

Demo vom 1. Dezember 2005 in Bern
 
Agieren statt resignieren!

 
„Quer durch alle Departemente müssen alle ihre Opfer bringen. Auch Zoll- und Grenzwache müssen sich überlegen, wie sie rationeller arbeiten können. Ich habe deshalb mit niemandem Mitleid“, sagt Bundesrat Hans-Rudolf Merz.[1] Mitleid verlangt niemand von Ihnen, Respekt aber schon, Herr Bundesrat! Dies und einiges mehr wollen wir unserem obersten Chef am 1. Dezember 2005 vor seinem Arbeitsbüro in Bern in Erinnerung rufen.
 
Giordano Schera
 
Wer kann, kommt, besser fährt am 1. Dezember 2005 nach Bern. Wer kann, verlässt am 1. Dezember sein Büro in der Bundeshauptstadt und findet sich ab 12.00 Uhr am Hirschengraben mit hoffentlich vielen Bundesangestellten wieder. Die Sektionen garaNto sind daran, die Mobilisierung zu organisieren (Detailprogramm der Kundgebung siehe Kasten).

Während einer guten halben Stunde werden wir dem Bundesrat aufzeigen, was an seiner bisherigen Personalpolitik nicht stimmt und wo Korrekturen und Verbesserungen dringend notwendig sind.

Die letzte Personalumfrage bringt es an den Tag: Fast ein Drittel des Bundespersonals hat resigniert. Die Ergebnisse der einzelnen Departemente sind nicht publiziert worden. Recherchen der Tageszeitung „Der Bund“ zeigen jedoch auf, dass es in den Departementen Blocher und Merz mit der Resignation am schlimmsten ist. Bundesrat und Eidg. Personalamt reagierten beleidigt auf die Medienberichterstattung, welche ihrer Meinung nach nur das Negative an der Erhebung in den Vordergrund stellte. Ja, hätten die Medien etwa darüber berichten sollen, dass 54% des Bundespersonals – eine knappe Mehrheit also – dem Mitarbeitergespräch und der Personalbeurteilung positiv gegenüber stehen? Diese Reaktion macht wieder einmal deutlich, wie unfähig der Bundesrat zur Selbstkritik ist.

Auch die Unterschrift von 16'311 Bundesangestellten (d.h. von fast der Hälfte des Gesamtbestandes) unter die Petition gegen den Leistungsabbau bei PUBLICA, gegen Lohnabbau per Parlaments-Willkür und gegen Entlassungen beim Bund konnte den Bundesrat von seiner unsinnigen Sparwut nicht abbringen.

Stattdessen lässt er ohne überzeugenden Widerstand zu, dass das Parlament die Lohnvoranschläge für das Bundespersonal für die Jahre 2006 – 2008 um je Fr. 50.—Millionen verschlechtert.

Stattdessen lanciert er mit viel Lärm eine Reform für mehr Effizienz in der Bundesverwaltung und lässt so für Uneingeweihte den Eindruck entstehen, als ob Reformprozesse beim Bund etwas ganz Neues darstellen würden.

Stattdessen versucht er, gegenüber seinem Personal mit Sprüchen wie eingangs erwähnt den starken Mann zu spielen.

Nein, das ist nicht die Sprache, mit der sich Sozialplaner unterhalten und verstehen können.
Deshalb werden wir am 1. Dezember 2005 vom Bundesrat eine verlässliche Personalpolitik verlangen, die Vertrauen schafft und glaubwürdig ist. Wir werden den Bundesrat daran erinnern, dass er diese unabdingbaren Grundsätze zusammen mit den Sozialpartnern garaNto, vpod, PVB und den übrigen Bundespersonalverbänden in der gemeinsamen Absichtserklärung hat verankern lassen. Deshalb werden wir am 1. Dezember vom Bundesrat verlangen, dass er zu dieser Absichtserklärung steht, und dass er diese sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik überzeugend verteidigt.
 

[1] Quelle: Zitat aus der September-Ausgabe des Forum Z. des Informationsmagazins der Eidg. Zollverwaltung.

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Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto

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