Der SGB wächst wieder

26.03.2010

Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB): Mitgliederentwicklung

 

Die Mitgliederentwicklung des SGB ist im vergangenen Jahr positiv abgelaufen. Dank der Assoziierung der Genfer Gewerkschaft SIT zählt der SGB an die 9000 Mitglieder mehr als vor Jahresfrist. Und: Mittlerweile sind über 100'000 Frauen im SGB organisiert.

 

Der SGB, die mit Abstand grösste gewerkschaftliche Dachorganisation der Schweiz, zählte Ende 2009 genau 377'327 Mitglieder. Der SGB verfügt damit im Jahresvergleich über 8901 mehr Mitglieder. Das entspricht einer Steigerung von 2,4 %.

 

Stete Zunahme bei den Frauen

Erstmals in seiner Geschichte umfasst der SGB Ende 2009 über 100'000 Frauen. Er hat damit ein vor vier Jahren selbst gestelltes Ziel erreicht. 1980 verzeichnete der SGB knapp 55'000 weibliche Mitglieder, 1990 gut 56'000, im Jahr 2000 knapp 80'000. Die zwei letzten Jahrzehnte waren von einem regelmässigen Wachstum der weiblichen Mitgliedschaft geprägt. Die markante Zunahme spiegelt nicht nur die höhere Erwerbsquote der Frauen, sondern ist gleichzeitig Ausdruck langjährigen gewerkschaftlichen Aufbaus und der hohen Gewichtung der Gleichstellungsanliegen (Lohngleichheit, Vereinbarkeit Beruf und Familie).

 

Mehr Verbände im Plus

Ein grosser Teil des Wachstums ist durch die Assoziierung der Genfer Gewerkschaft SIT bedingt. Gleichzeitig konnten jedoch letztes Jahr sieben Verbände (Unia, VPOD, Avenir Social, SSM, SMV, SBKV, New Wood) bei den Mitgliedern zulegen. Ein Jahr zuvor war eine positive Mitgliederentwicklung nur bei drei Verbänden zu verzeichnen gewesen. Die Unia – die klar grösste Gewerkschaft in der Schweiz – hat zum ersten Mal seit ihrer Gründung vor vier Jahren die Mitgliederzahl leicht gesteigert.

 

Weniger Verluste

Bei den übrigen neun Gewerkschaften haben die meisten den Mitgliederrückgang gegenüber dem Vorjahr mildern können. Der SEV etwa meldet bei den Aktiven im vergangenen Jahr eine Zunahme. Die Aufbauprojekte und die konsequente Verteidigung der Mitgliederinteressen beginnen sich somit auszuzahlen. Diese Entwicklung ist besonders erfreulich, denn in den vergangenen Krisen hatten die Gewerkschaften, bedingt durch Stellenabbau und mangelnde stabile Berufsorientierung, jeweils mehr Austritte als Eintritte zu verzeichnen.

 

SGB weiter auf Öffnungskurs

Der Beitritt der branchenübergreifend tätigen Genfer Gewerkschaft SIT belegt die Wirksamkeit des Öffnungskurses, den der SGB seit der Jahrtausendwende eingeleitet hat. Der SGB hat seither mit dem SIT den neunten Verband als Mitglied gewonnen. Gut 45'000 Mitglieder, vor allem aus den Bereichen Banken, Bundesverwaltung, Sozialwesen, Kultur und Ausbildung, sind so neu zum SGB gestossen. Der neue Beobachterstatus des SBK (Gesundheitsbereich) zeigt, dass der SGB diesen Öffnungskurs weiter entschlossen verfolgt.

 

Ewald Ackermann, Redaktor SGB

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