Die Revisoren brauchen wieder Perspektiven

07.07.2011

Aussprache der garaNto-Spitze im Tessin

 

 Fortdauernder Stellenabbau und fehlende berufliche Perspektiven: Das frustriert besonders die Revisoren/-innen. In der Sektion Tessin hat dies jüngst gar zu einigen Austritten geführt.

 

 Der Zentralpräsident und der Zentralsekretär haben am 6 Juni 2011 mit dem Sektionsvorstand und Mitgliedern vor Ort manches geklärt und neue Aufträge für den Zentralvorstand (ZV) mitgebracht.

 

 

Aussprache mit Revisoren

Revisoren und Zollassistenten beklagten sich am 6. Juni an der Aussprache in Chiasso auch über garaNto: Die Gewerkschaft: engagiere sich zu wenig für die Revisoren und Zollassistenten. Die Revisoren befürchten in der Südschweiz gar Entlassungen und erwarten daher von der EZV, dass sie vorzeitige Pensionierungen ermöglicht, verbunden mit entsprechendem finanziellem Engagement gemäss Sozialplan des Bundes.

 

Zentralpräsident David Leclerc zeigte dann auf, was garaNto in den vergangenen Jahren für die Zollrevisoren geleistet und erreicht hat. Kernstück dieses Engagements ist die Sicherung der 15. Lohnklasse für die Revisoren: „Es ist nicht richtig, garaNto für den Stellenabbau und den Verlust von interessanten Aufgaben zu beschuldigen. Es ist die Verwaltung, die diese Entscheide zu verantworten hat.“

 

Sektionspräsident Roberto Messina ergänzte, dass mittlerweile das gesamte zivile Personal unter dem permanenten Abbaudruck leide: „Das verbleibende Personal muss immer mehr leisten – ein Ende ist nicht in Sicht.“

 

Zentralsekretär André Eicher zeigte Verständnis für die Befürchtungen der Revisoren, warnte aber vor übertriebenen Ängsten, da die EZV in den vergangen Jahren nie Entlassungen ausgesprochen und den Stellenabbau immer sozialverträglich umgesetzt habe. Wichtig sei, dass die Revisoren jetzt ihre Bereitschaft bekunden, sich weiterbilden, um neue Kompetenzen zu erwerben.

 

Hinsichtlich des Kongressantrages von 2010 zur Höhereinreihung der Zollassistenten in die 11. Lohnklasse hielt David Leclerc fest, es gelte zwei Dinge zu beachten: Zum einen müsse die Begründung „wasserdicht“ sein, zum anderen sei es schwierig abzuschätzen, wann der richtige Zeitpunkt für die Einreichung des Antrag bei der OZD sei, um zu verhindern, dass er etwa aus finanziellen Überlegungen rundweg abgelehnt werde.

 

 

Die nächsten Schritte

  1. Der ZV wird mit der OZD eine Aussprache über die beruflichen Perspektiven der Revisoren und Zollassistenten führen. Dieses Problem hat nicht nur regionale, sondern auch nationale Bedeutung.
  2. Durch eine Unterschriftensammlung ist die OZD aufzufordern, ein klares Bekenntnis zu Gunsten der Revisoren und Zollassistenten abzugeben. Diese Petition soll weiterbildungs- und sozialpolitische Forderungen enthalten.
  3. Revisoren und Zollassistenten müssen bereit sein, sich permanent weiterzubilden. Damit schaffen sie die Grundlage, um neue und anspruchsvollere Aufgaben übernehmen zu können. Der ZV hat bereits eine Eingabe an die OZD-Stabsstelle mit Vorschlägen vorbereitet.
  4. Der ZV wird ermuntert, das Thema „Gesamtarbeitsvertrag (GAV)“ jetzt zu lancieren, da die personalrechtlichen Standards mit der Revision des Bundespersonalgesetzes (BPG) immer mehr dem Obligationenrecht (OR) angenähert würden.
  5. Der ZV soll sich zudem bei der OZD über den Stand der Zentralisierung der Edelmettalkontrolle (EMK) erkundigen.

 

Gespräche mit Bürodelegationen

Am 7. Juni trafen sich der Zentralsekretär und der Sektionspräsident dann zum Gespräch mit den Bürodelegationen (Personalkommissionen) von Chiasso-Ferrovia und Chiasso-Strada. Anwesend waren jeweils auch die zuständigen Zollinspektoren sowie Remo Fontana als Vertreter der Zollkreisdirektion. Nach den Gesprächen besichtigten die Gäste verschiedene Büros und hatten Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit Mitarbeitenden.

 

Dabei gingen die Anwesenden auch mit der Dezentralisierungsstrategie der OZD bei der formellen und materiellen Kontrolle Handelswarenhart ins Gericht. Sie haben die Sicht des ZV bekräftigt: Diese Dezentralisierung ist nicht fundiert und die einheitliche Umsetzung geht verloren – und das zu Lasten des Personals der Zollinspektorate, welches schon jetzt am Anschlag ist.

Die Tessiner/-innen beschäftigt danebst auch das aktuelle Lohnsystem, welches gerechter werden sollte, den generellen Mangel an Zollfachleuten im Tessin, das Hin und Her zwischen Tätigkeiten als Spezialist oder Generalist in der Praxis, Stress-Situation am Schalter der Grenzzollämter, die BPG-Revision, die Zentralisierung der EMK sowie die Ziele und deren Erreichung von garaNto.

André Eicher, Zentralsekretär

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