EFD schafft neue Ungleichheiten

22.10.2009

Senkung der Risikoprämien bei der Publica

 

Die Risikoprämien der Pensionskasse Publica, welche vollumfänglich vom Bund getragen werden, sollen per 1. Januar 2010 von 3,9% auf 3% gesenkt werden. Der Bund muss die dadurch frei werdenden 30 Mio. Fr. gemäss Art. 32g Abs. 1 Bundespersonalgesetz (BPG), wieder für die berufliche Vorsorge einsetzen.

Diese Mittel sollen für die Alterskategorien 45 - 70 eingesetzt werden. Für jene Altergruppen also, die besonders stark vom Primatwechsel betroffen sind. Die Sparbeiträge der Mitarbeitenden können dadurch substanziell gesenkt werden. Gleichzeitig wird das Prinzip der Überparität eingeführt. Demnach übernimmt der Arbeitsgeber künftig einen höheren Sparbeitrag als die Mitarbeitenden (vgl. Tabelle unten).

Diese Entwicklung ist grundsätzlich positiv, denn den Mitarbeitenden verbleibt Ende Monat mehr in der Lohntüte.

Einen herben Dämpfer erfährt die gute Nachricht, weil das Eidg. Finanzdepartement (EFD), einmal mehr, die Kader bevorzugen will. Es propagiert die selektive Überparität, welche zwischen den einzelnen Vorsorgeplänen (Standardplan, Kaderplan 1, Kaderplan 2) differenziert und die Kaderpläne bzw. die Kaderangehörigen stärker bevorzugt.

Das EFD begründet dies mit Arbeitsmarktüberlegungen und vermengt damit Lohn- und Vorsorgepolitik. Das lehnt garaNto ab. Die Kaderangehörigen haben auf Januar 2009 bereits eine Reallohnerhöhung von 2,5 - 5.0% erhalten. Es ist daher stossend, die Kader ein weiteres Mal zu bevorzugen und neue Ungleichheiten zu schaffen - diesmal via Pensionskasse.

garaNto fordert daher eine überparitätische Regelung, die für alle Vorsorgepläne gleich ist. Mit dieser Forderung steht garaNto nicht alleine da: Die übrigen Verbände der Verhandlungsgemeinschaft des Bundespersonals (VGB) - PVB, VPOD Bundespersonal und Berufsverband Fedpol - sind ebenfalls dieser Meinung. In Ihrem Schreiben vom 17.09.2009 hat die VGB beim Eidg. Personalamt beantragt, die Reduktion der Beitragssätze nicht nach den Vorsorgeplänen, sondern einheitlich und unabhängig von der Lohnhöhe vorzunehmen.

André Eicher, Zentralsekretär garaNto

Standardplan

Altersstaffelung

(Beitragsklasse)

Sparbeitrag der angestellten Person (%)

Sparbeitrag des Arbeitgebers (%)

Altersgutschriften

Total (%)

Überparität

(%)

22 – 34

5,5%

5,5%

11,0%

-

35 – 44

7,0%

7,0%

14,0%

-

45 – 54

9,0% (10,25)

11,5% (10,25)

20,5%

1,25%

55 – 70

12,0% (13,5)

15,0% (13,5)

27,0%

1,50%

 

Kaderplan 1

Altersstaffelung

(Beitragsklasse)

Sparbeitrag der angestellten Person (%)

Sparbeitrag des Arbeitgebers (%)

Altersgutschriften

Total (%)

Überparität

(%)

22 – 34

5,5%

5,5%

11,0%

-

35 – 44

7,0%

7,0%

14,0%

-

45 – 54

9,25% (11,5)

13,75% (11,5)

23,0%

2,25%

55 – 70

12,25% (14,75)

17,25% (14,75)

29,5%

2,50%

 

Kaderplan 2

Altersstaffelung

(Beitragsklasse)

Sparbeitrag der angestellten Person (%)

Sparbeitrag des Arbeitgebers (%)

Altersgutschriften

Total (%)

Überparität

(%)

22 – 34

6,75%

6,75%

13,5%

-

35 – 44

8,25%

8,25%

16,5%

-

45 – 54

9,75% (12,75)

15,75% (12,75)

25,5%

3,00%

55 – 70

12,75% (16,0)

19,25% (16,0)

32,0%

3,25%

 

Fett: geplante Sparbeiträge bzw. Überparität

(In Klammern): geltende Sparbeiträge


 

NACHTRAG:

Der Bundesrat hat die Änderung des Vorsorgereglements für die Angestellten und Rentenbeziehenden des Vorsorgewerks Bund (VRAB) am 14.10.2009 genehmigt.


Zurück zur Übersicht

 


Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto


Greisenkorps GWK: Ausrüstung / Corps de vieillards: équipement / Corpo di anziani: equipaggiamento

Zukunft-GWK_Cgfr-futur_Futuro-Cgcf_GWK-Rollatoren.jpg