Ein bewegtes zehntes Jahr

26.01.2012

Jahresrückblick des Zentralpräsidenten von garaNto

Auch wenn garaNto nicht zu den grossen Gewerkschaften dieses Landes gehört, so können wir trotzdem mit einem gewissen Stolz auf das Jahr 2011 zurückschauen. In vielen kleinen und grossen Aktionen und Interventionen konnten wir auch im vergangenen Jahr zeigen, dass wir die Anliegen unserer Mitglieder ernstnehmen und das Beste für uns alle ermöglichen. Sei dies eine einfache Differenzbereinigung bei einer Personalbeurteilung oder der Gang vor Gericht, um die Anliegen der Mitglieder zu vertreten. Und dies oft mit Erfolg.

garaNto ist 2011 zehn Jahre jung geworden und hat sich auch innerhalb des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zu einer treibenden Kraft entwickelt – all dies nur dank der Arbeit vieler einzelner Kolleginnen und Kollegen, die sich für andere einsetzen. Das ist in einer Zeit des permanenten Abbaus nicht selbstverständlich.

Das Jahr 2011 war geprägt durch einen Politkampf, bei dem es nicht um die Sache ging, sondern um persönliche Animositäten einer kleinen Gruppe machthungriger Politiker. Die Quittung war das Resultat der Parlamentswahlen und die Bundesratswahlen im Dezember.

garaNto konnte zuletzt im Dezember 2011 unter Mithilfe diverser Politiker verschiedener Parteien ein weiteres Sparpaket von 3% beim Bundespersonal verhindern. Dank dieser  Leistung konnten wir den drohenden Abbau von ca. 130 Stellen (!) in der EZV abwenden. Einmal mehr hat die neoliberale Rechte im Parlament versucht, uns zu diskreditieren. Es scheint, dass diese Kräfte immer noch nicht begriffen haben, dass unser Staat ohne Service public nicht funktionieren kann. Sie predigen weniger Staat und wollen im gleichen Atemzug mehr Grenzwächter und Zöllner.

Wir können von Glück sprechen, dass garaNto und die Oberzolldirektion eine sachbezogene Sozialpartnerschaft betreiben, die auf Respekt und Akzeptanz basiert. Leider ist aber auch in der EZV nicht alles Gold, was glänzt, so zum Beispiel das Beurteilungssystem, wie es in der EZV angewendet wird. Nach nun drei Jahren ist das gekommen, was wir nie wollten: der Negativlohn. Man kann nicht drei Jahre lang predigen, die Stufe 2 sei nicht schlecht und eigentlich sei ja niemand perfekt und somit sollten eigentlich alle in Stufe 2 sein – und dann dieser Hammer: Kürzung der Löhne bei dreimaliger 2-er-Beurteilung. So werden alle gegenteiligen Beteuerungen und automatisch das ganze System unglaubwürdig.

Hier erwarte ich eine klare Abkehr und ein Umdenken: Entweder man ist ehrlich, sagt nun, was Sache ist und hält sich an die Vorgaben des EPA … oder wir vergessen das System einfach. Was bringt ein zeitraubendes Beurteilungssystem, das auf die Fehler der Mitarbeitenden fokussiert ist? Es sollte doch eigentlich aufzeigen, wo Mitarbeitende zu fördern sind und wo diese Unterstützung brauchen, um die Leistung erbringen zu können. Sind Statistiken der Aufgriffe der einzelnen Mitarbeitenden wirklich die Basis für eine faire Beurteilung?

Ich wünsche mir für 2012 etwas mehr Ernsthaftigkeit und weniger Egoismus in allen Bereichen unserer Arbeit. Die Mitarbeitenden bleiben das wertvollste Gut in unserer „Firma“ – ohne sie geht nichts. In diesem Sinne wünsche ich allen ein erfolgreiches Jahr 2012.

David Leclerc, Zentralpräsident garaNto

: www.garanto.ch – Organisation – Info Organisation


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Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto

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