Frauen an der Macht

15.06.2012

Seit der Einführung des Frauenstimmrechts vor 41 Jahren hat es manchen Fortschritt gegeben. Bis zur wirklichen Gleichstellung von Mann und Frau ist der Weg aber noch lang. Im Beruflichen wie im Privaten werden Frauen weiterhin benachteiligt. Es gibt immer noch Leute, welche einzig und allein die Frau vor den Herd stellen und sie putzen, waschen, bügeln, kochen sowie für Kinder und Mann sorgen lassen wollen. Ob die einfach Angst haben vor einer emanzipierten Frau, die weiss, was sie will, Stärke, Mut und Beharrlichkeit zeigt?

 

Für die Frau ist es ein täglicher Kampf, zeigen zu müssen, dass sie mithalten kann, dass sie „Männer“-Sachen vielleicht sogar besser als richtige Kerle erledigt und sich in Domänen hervortun, die bis vor einigen Jahren ausschliesslich Männern vorbehalten waren.

 

Nebst der grossen Verantwortung, Kinder zur Welt zu bringen, übernehmen wir Frauen auch den Löwenanteil an deren Erziehung, Versorgung, Pflege und Beistand, schmeissen den Haushalt, sind berufstätig und versuchen, all dies unter einen Hut zu bringen. Das ist kein Klacks. Sie können mir glauben, dass der Tag einer Frau, die Familie und Beruf vereint, sehr lang ist: Er beginnt am frühen Morgen und endet am späten Abend.

 

Als Frau unterstütze ich begeistert die Sache der Frau. Denn wir Frauen halten mehr aus, kämpfen, ohne Krieg zu führen, sind konkreter und immer bereit, Lösungen zu finden. Wir verstecken uns nicht vor Problemen und laufen ihnen nicht davon, sondern stellen uns ihnen, im Guten wie im Schlechten. Vor allem aber schaffen wir es, mit Kopf und Herz im Gleichgewicht zu arbeiten und haben ein feineres Gespür für Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

 

Solche Frauen will ich unterstützen und solche wünsche ich mir an der Macht – Frauen wie ich, welche Feingefühl, Menschlichkeit, Seelenstärke und Sanftmut haben. Frauen, welche ein ausgefülltes, reiches Privatleben haben, zufrieden sind und sich daheim wie im Beruf verwirklichen.

 

Wie aber soll man eine Frau unterstützen, die nichts einer Frau in sich hat? Eine Frau, die wie ein Mann handelt und sich auch so benimmt? Eine Frau, die sich wohl kein Privatleben geschaffen hat und ihre Missbefindlichkeit durch Missbrauch ihrer Macht am Arbeitsplatz abreagiert? Ist das etwa der Grund, weshalb noch immer bloss wenige Frauen an der Macht sind?

 

Neulich lass ich im Blog des italienischen Journalisten Claudio Sabelli Fioretti dessen Enttäuschung darüber: „Obwohl es eine gefährliche Gratwanderung nahe dem politisch Inkorrekten ist, muss ich feststellen, dass uns die Frauen keine neue Lebensweise aufgezeigt haben. Ich weiss auch warum: Weil Frauen nur in Machtpositionen kommen, wenn Männer sie dort haben wollen. Sie wird aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Männern ausgesucht. Deshalb kämpfen Frauen an der Macht so wie Männer, verhindern sozialen Fortschritt wie Männer, besteuern die Armen und verteidigen das Kapital der Reichen genauso, wie das Männer seit eh und je getan haben. Sie sind rücksichtslos, arrogant und eingebildet wie Männer. Es ist traurig, das zuzugeben: Frauen mit Befehlsgewalt sind Männer.“

 

Daher kommen bei mir Zweifel auf: Müssen wir wirklich unterschiedslos alle Frauen unterstützen?

 

Debora Caminada

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