Gemeinsam anpacken, statt zuschauen!

20.12.2009

Wer glaubt, die katastrophalen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise seien ausgestanden, der irrt. Der Schweiz steht noch härtere Jahre bevor. Die politischen Zeichen stehen auf Sturm: Bundesrat und Parlament planen einen geballten Angriff auf die Sozialwerke (s. "Wider den geballten Angriff" von Paul Rechsteiner, SGB).. Die Dimensionen sind gewaltig und in der jüngeren Schweizer Geschichte beispiellos. Hinzu kommen ungelöste Probleme, wie die rasant ansteigenden Gesundheitskosten, welche das frei verfügbare Einkommen von Beschäftigten und Rentenbeziehenden massiv belasten.

Damit nicht genug: Der Bundesrat wird dem Parlament nächstes Jahr voraussichtlich ein weiteres Sparprogramm unterbreiten, das „Konsolidierungsprogramm 2010" (s. Medienmitteilung vom 26.11.2009). Was harmlos daherkommt, beinhaltet unter anderem einen weiteren einschneidenden Stellenabbau beim Bund - 700 Stellen sollen es diesmal sein.

Die Gewerkschaften - und gerade auch garaNto - wollen dem geplanten und koordinierten Abbau, gemeinsam mit anderen Partnern, entschlossen gegenübertreten. Damit dies gelingt, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein.

Direkt betroffen - direkt handeln

1. Wir sind direkt Betroffene und müssen auch als solche handeln. Wir stehen nicht ausserhalb dieser negativen Entwicklungen, sondern mittendrin - auch als Angestellte der Zollverwaltung. Wenn wir das nicht merken, dann können uns Politiker/-innen problemlos gegeneinander ausspielen - nach altbewährtem Muster: Was kümmert dich der Leistungsabbau bei Pensionskassen oder Arbeitslosenversicherung? Du bist jung, gesund, hast ein geregeltes Einkommen - und wer seine Stelle verliert, ist ohnehin selber schuld!

Unsere erfolgreichste Waffe: die Solidarität

2. Wir müssen zusammenstehen und gemeinsam handeln. Solidarität ist notwendiger denn je. Nur so lässt sich der geplante Abbau verhindern oder zumindest abfedern. Die Haltung vieler Politiker/-innen, aber auch vieler Manager/-innen steht dieser klugen staatspolitischen Einsicht diametral gegenüber. Sie leben nach dem Grundsatz: jeder gegen jeden. Ihr Gesellschaftsmodell: Der Selbstbedienungsladen. Man nimmt, was man braucht und macht sich - ohne den Preis dafür zu bezahlen - aus dem Staub. Für entstandene Schäden haftet - ausgerechnet! - der Staat. Sprich: Am Schluss haben alle Bürger/-innen die Rechnung zu bezahlen.

Sicher, manchmal ist es verlockend, sich nur für seine eigenen Interessen einsetzen. Doch das ist kurzsichtig. Unsere wirtschaftliche Existenz - über den gesamten Lebenszyklus betrachtet - lässt sich längerfristig nur dank gelebter Solidarität sichern: zwischen Reich und Arm, Jung und Alt, Arbeitnehmenden und Arbeitslosen, Gesunden und Kranken.

Gemeinsamer Widerstand gegen Sozialabbauer

3. Die Gewerkschaften müssen rasch und gezielt Gegensteuer geben. Sie können die Gesellschaft nicht grundlegend verändern, aber die Gewerkschaften sind in der Lage, den geplanten Leistungs-, Stellen- und Sozialabbau in geordnete Bahnen lenken - dank ihrem Einfluss in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Das ist in der Vergangenheit immer dann gelungen, wenn sie mit ihren Mitgliedern im Rücken angetreten sind und den neoliberalen Egomanen die Stirn geboten haben.

Nehmen wir den Kampf auf - geschlossen und entschlossen!

André Eicher, Zentralsekretär garaNto

Zurück zur Übersicht

 


Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto

weiterlesen

Greisenkorps GWK: Ausrüstung / Corps de vieillards: équipement / Corpo di anziani: equipaggiamento

Zukunft-GWK_Cgfr-futur_Futuro-Cgcf_GWK-Rollatoren.jpg