Gewerkschaftliche Werdegänge in der Schweiz

04.07.2012

Landesweite Umfrage der Uni Lausanne

 

 

 Wie wird man Gewerkschafterin oder Gewerkschafter? Sind bestimmte Etappen zu durchlaufen? Wie sind Gewerkschafts- und Privatleben vereinbar? 

 

Die Forschenden der Universität Lausanne (UNIL) haben sich diese Fragen auch gestellt. Sie haben 2011 eine gross angelegte Umfrage bei den Mitgliedgewerkschaften des SGB und von Travail Suisse lanciert. Teammitglied Philippe Blanchard (P. B.) erläutert gegenüber der garaNto-Zeitung das Projekt und fordert unsere aktiven Gewerkschafter/-innen auf, den Internet-Fragebogen auszufüllen.

 

garaNto-Zeitung: Was ist eigentlich interessant am gewerkschaftlichen Umfeld? Bisher haben sich Wissenschaftler ja kaum damit befasst.

 

P. B.: Tatsächlich haben sich bisher die Sozialwissenschaften eingehend mit Parteien und ihren Mitgliedern beschäftigt. Über die gewerkschaftliche Arbeit hingegen wissen wir noch herzlich wenig. Unser Team, das aus sieben Forscherinnen und Forschern besteht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die konkreten Werdegänge der Gewerkschaftsmitglieder zu rekonstruieren: Wie sie zu ihrer jeweiligen Organisation gekommen sind, was sie dort tun, welche Befriedigung ihnen ihre Tätigkeit bringt und welche Schwierigkeiten sie in ihrer täglichen Arbeit antreffen. Wir fragen uns insbesondere, wie sie ihr Engagement, das oft zeitaufwändig ist, mit ihrem Berufs- und Privatleben verbinden.

 

Welchen Platz haben die Frauen in dieser Studie? Werden Sie ihren Beitrag zur gewerkschaftlichen Tätigkeit hervorheben?

 

Das würden wir natürlich gerne tun! Das Klischee des Gewerkschafters, der den Arbeiter dem Chef gegenüber verteidigt, muss abgebaut werden. Wo sind die aktiven Gewerkschafterinnen? Welche Aufgaben erfüllen sie als Angestellte, als Aktivistinnen oder als Verantwortliche? Wie erleben sie die Gewerkschaften? Am besten fragt man sie direkt. 

 

Sie haben also einen Fragebogen ausgearbeitet?

 

Wir wollen ein repräsentatives Bild der verschiedenen Werdegänge erstellen, doch wir können nicht mit jedem einzelnen Mitglied ein Interview führen. Unser Fragebogen im Internet ist sehr leicht auszufüllen (siehe unten). Die Fragen beziehen sich auf Erfahrungen in Gewerkschaft, Beruf und Familie. Der Grundgedanke ist einfach: «Sagen Sie uns, wer Sie sind!». Selbstverständlich erfolgt die Umfrage anonym und wird absolut vertraulich behandelt.

 

Wie wird Ihr Bericht dazu beitragen, dass man das Leben der aktiven Gewerkschafter/-innen auch wirklich versteht?

 

Wir wollen nicht einen weiteren statistischen Bericht vorlegen. Im Gegenteil: Wir werden typische Werdegänge nachzeichnen, mit denen sich die Mitglieder identifizieren können. Deswegen ist es wichtig, dass alle, Frauen und Männer, mitmachen, unabhängig von Alter, Arbeitseinsatz und Engagement auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene. 900 Mitglieder aus rund zwanzig Organisationen haben sich bereits beteiligt. garaNto ist eine wichtige Gesprächspartnerin, da sie aufgrund ihrer Grösse Menschen mit vielen verschiedenen Profilen und Ursprüngen umfasst. Indem Ihre gewerkschaftlich engagierten Mitglieder eine halbe Stunde aufwenden, tragen sie dazu bei, über ihre Rolle bei den Gewerkschaften und in der Arbeitswelt zu informieren. Wir werden die Umfrageergebnisse natürlich mitteilen! 

 


 

Umfrage mit Wettbewerb

 

„Gewerkschaftliche Werdegänge in der Schweiz“ ist eine Umfrage des Centre de Recherche sur l’Action Politique der Universität Lausanne (UNIL) und wird vom Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung unterstützt. Die Ergebnisse werden anonym behandelt und ausschliesslich für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Bei der anschliessenden Verlosung sind ein iPad und 100 Kinoeintritte zu gewinnen.

Web-Fragebogen: http://bit.ly/FragebogenUnil


 

 

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