Grenzwächterin der ersten Stunde

18.11.2009

Doppeljubiläum: 35 Jahre Zollfachfrauen - 20 Jahre Grenzwächterinnen

In unserer Oktober-Ausgabe haben wir eine der ersten Zollfachfrauen vorgestellt. Nun ist die Reihe am Grenzwachtkorps (GWK): Susanne Indolese ist vor 20 Jahren mit zwölf weiteren Frauen in Reih und Glied der ersten Aspirantinnenklasse eingetreten. Damals ein absolutes Novum in dieser Männerdomäne. Die Ausbildung der ersten Grenzwache-Aspirantinnen begann am 11. Dezember 1989 mit dem Militärischen Frauen-Vorkurs und endete im Januar 1991 mit dem Skikurs und der Brevetierung in der Lenk. Ab Januar 1991 stand Susanne Indolese als Grenzwächterin auf dem Grenzwachtposten Basel-Weil Autobahn im Einsatz.

Im Interview schildert Susanne Indolese ihre Erlebnisse und Erfahrungen als GWK-Frau von damals bis heute.

 

Interview mit Susanne Indolese, Grenzwächterin

OZ: Am 11.12.1989 rückten Sie mit den ersten Grenzwächterinnen zur Ausbildung in Liestal ein. Was waren Ihre ersten Eindrücke?

Susanne Indolese:

Nach 15 Jahren Schulabstinenz war der Eindruck überwältigend. Die moderne Infrastruktur in Liestal - wie Schulzimmer, Schiesskeller, Turnhalle, Judokeller, Zweierzimmer und anderes mehr - war auch im Frauen-Vorkurs rein militärisch ausgerichtet. Im Frauen-Vorkurs brachte man uns 13 Frauen gewisse militärische Umgangsformen, Schiessen, Zugschule sowie den Umgang mit der Schutzmaske bei, so dass wir beim Eintritt in den GKW-Hauptkurs am 08.01.1990 militärisch vorbereitet waren. Dies war schon eine spezielle Erfahrung.

Beim Eintritt am 08.1.1990 staunte ich dann wegen der vielen Dokumente, die auf dem Schreibpult lagen: Was kommt da auf mich zu? Die Wahl zur Klassensprecherin als erste Frau war denn auch nicht gerade von Vorteil. Zudem hatten gewisse Vorgesetzte mit der Einführung der Frauen im GWK anfangs Mühe, so dass man es als Frau nicht immer leicht hatte. Aber mit der Zeit hat sich auch das gelegt. Ansonsten blicke ich positiv auf das Aspirantenjahr zurück.

 

Weshalb haben Sie diesen bis dahin typischen Männerberuf gewählt?

Einblick in den Grenzwächterberuf bekam ich schon früher aus nächster Nähe, da ich zuvor als Betriebsassistentin beim Zollamt in Riehen gearbeitet hatte. Dadurch wurde mein Interesse für diesen Beruf geweckt. Auf dem Zollamt Riehen war ich übrigens die einzige Betriebsassistentin damals, und Frauen gab und gibt es beim Zoll wie beim GWK ja auch heute nicht zuhauf.

 

Welches ist die grösste berufliche Veränderung während Ihrer 20 Jahre GWK gewesen?

Das ganze Berufsbild hat sich in diesen Jahren stark verändert. All die Hilfsmittel und die Technik sind viel moderner als vor 20 Jahren. Beispielsweise ging man früher mit dem Velo oder zu Fuss auf Patrouille, heute haben wir Blaulicht-Fahrzeuge. Auch die Dienstausführung hat sich stark gewandelt: mehr Zusammenarbeit mit der Polizei und ausländischen  Partnerorganen, Kontrolle in der hinteren Linie, Strassenkontrollen und Kontrollen in Zügen, um nur einige zu nennen.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Mich fasziniert die Vielseitigkeit der Aufgaben in unserem Beruf. Besonders mag ich das Koordinieren von verschiedenen Aufgaben und den Kontakt mit den Menschen, auch wenn dies derzeit nur noch telefonisch geschieht, da ich gegenwärtig auf der Einsatzzentral Basel Nord arbeite.

 

Und die unangenehmen Seiten Ihres Jobs - früher und heute?

Die Akzeptanz unserer Aufgabe und der Respekt durch die Menschen lassen heute leider öfters zu wünschen übrig. Das erschwert unsere Arbeit und macht einem hin und wieder auch persönlich doch etwas Mühe.

 

Seit wann sind Sie Mitglied von garaNto bzw. dem damaligen Verband des Schweizerischen Zollpersonals (VSZP)  - und warum?

Von Anfang an. Die Unterstützung der Gewerkschaft für das Personal finde ich sehr wichtig.

 

Welches ist Ihr Hobby oder Ihre Leidenschaft?

Die Pflege von Haus und Garten sowie Motorradfahren, Spaziergänge, Skifahren.

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