Höhereinreihung der Dienstchefs im Betrieb

20.11.2009

Neue Arbeitsgruppe von garaNto

Seit Jahren fordert garaNto eine Höhereinreihung der Dienstchefs (DC) im Betrieb in die 21. Lohnklasse (LK). Die Eidg. Zollverwaltung (EZV) hat dies bisher verschleppt. Doch eine Besserstellung der DC ist zwingend notwendig, gerade im Hinblick auf neue Herausforderungen in der EZV.

André Eicher, Zentralsekretär garaNto

Die EZV hat ihre Ablehnung bisher vorwiegend mit strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen begründet: Das Gesamtlohngefüge dürfe nicht verändert werden, die Höhereinreihungen müssten mit den Referenzfunktionen der Bundesverwaltung kompatibel sein und schliesslich dürfe das Vorhaben nichts kosten!

garaNto dagegen stellt die Kernaufgaben der DC und die neuen Arbeitsprozesse ins Zentrum. Aus diesen Gründen hat der Zentralvorstand (ZV) die Arbeitsgruppe „Dienstchef im Betrieb" (AG DC Betrieb) ins Leben gerufen. Darin sind mehrere DC grosser Zollinspektorate aus allen Sprachregionen vertreten. Am 22.10.2009 hat diese garaNto-Arbeitsgruppe erstmals getagt. Hier ein erstes Fazit:

Anspruchsvolle Doppelfunktion

Die Arbeit auf den Zollstellen ist in den vergangenen Jahren wegen komplexer internationaler Abkommen und gestiegener Ansprüche der Wirtschaft geradezu revolutioniert worden. Besonders betroffen sind davon die DC im Betrieb. Von ihnen wird erwartet, dass sie gleichzeitig Spezialist und Generalist sind und darüber hinaus über ein hohes persönliches Wissen verfügen, das jederzeit abrufbar ist. Dabei vergisst die EZV, dass ohne all dies weder die betriebliche Neuorganisation der EZV noch die Einführung des Rotationsprinzips möglich gewesen wären.

Es sind aber nicht nur die die gestiegenen Anforderungen an die DC und die Komplexität der Aufgaben, die sich geändert haben. Auch die Arbeitsprozesse gestalten sich radikal anders: Sie sind dynamischer und stellen die Mitarbeitenden täglich vor neue Herausforderungen. Dies ist die Folge der Konzessionen der EZV an die Wirtschaft.

Führungs- und Ausbildungsverantwortung

Ebenfalls angestiegen sind die Anforderungen bei der Führung und Ausbildung des Personals. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Personalknappheit und die Neuorganisation der EZV. So führen bereits kurzfristige Abwesenheiten - z.B. wegen Krankheit - dazu, dass die Personalplanung dauernd umdisponiert werden muss. Eine weitere Erschwernis bildet die Personalbeurteilung: Mitarbeitende können auf Grund des Rotationsprinzips kaum noch über längere Zeit gezielt gefördert und objektiv beurteilt werden. Stark gefordert sind die DC auch bei der Ausbildung: Sie sind nicht nur für die Ausbildung der Zollfachleute zuständig, sondern auch für jene der Revisoren, Zollassistenten und - was Verzollungen anbelangt - der Grenzwächter.

Kurzum: Die DC sind angesichts der enorm angestiegenen Anforderungen klar zu tief eingereiht. Obwohl die DC die tragenden Säulen der EZV zur Bewältigung der Verkehrsströme und zur korrekten Veranlagung der Zollkunden im Handelswarenverkehr sind, sind sie materiell nie besser gestellt worden - im Gegensatz zu anderen Personalkategorien wie Abteilungsleiter, Grenzwachtoffiziere oder Zollfahndern. Immer mehr Nachwuchskräfte sind daher nicht mehr ohne Weiteres bereit, unter den geltenden Aufstiegsbedingungen Verantwortung als DC zu übernehmen. Das muss der EZV zu denken geben.

Die AG „DC Betrieb" wird ihre Arbeit in den kommenden Monaten fortsetzen. Sie hofft aber auch, dass die EZV von sich aus aktiv werden wird - im ureigenen Interesse!

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