Könige und Propheten

26.01.2013

Jahreswort des Zentralpräsidenten 

Das Jahr hat 365 Tage, und in diesen kann sich jede Menge ereignen. So zum Beispiel, dass wieder auf dem Buckel des Personals der Bundesverwaltung gespart wird, einmal mehr! Der Wille des Parlaments und des Bundesrats, das Rentenalter für besondere Personalkategorien (GWK) zu erhöhen, ist nichts anderes als eine Sparübung, ausgelöst durch einen Nationalrat der SVP – jener Partei, die mehr Sicherheit im Lande will, es jedoch nicht unterlassen kann, das Bundespersonal jedes Jahr mit der Peitsche zu geisseln.

 

Als ob das allein nicht reichen würde, haben wir in der EZV auch noch kleine Könige, die den Mitarbeitenden unermüdlich das Leben schwermachen. So wird ein Mitarbeiter eines GWK-Spezialistenteams doch tatsächlich gemassregelt, weil er bei einer eingehenden Fahrzeugrevision in einer geschlossenen Garage seinen Waffengurt zur Seite legt, um sich im Inneren des Fahrzeuges besser bewegen zu können und Schäden zu vermeiden. Wohlgemerkt, es handelt es sich nicht um einen einfachen VW Golf, sondern um ein Auto, das sich unsereins nicht leisten kann! Oder ein Dienstchef, der seinen Mitarbeiter in der Personalbeurteilung schlecht qualifiziert, mit der Begründung, dieser sei mehr als ein halbes Jahr abwesend gewesen, bringe so der Dienststelle nichts und seine Aufgriffe seien unter den Erwartungen. Tatsache ist, dass der Mitarbeiter in dieser Zeit sehr wohl gearbeitet hat, jedoch auf einer anderen Dienststelle, wo er für seinen Einsatz gelobt worden ist.

 

Einige dieser kleinen Könige und deren Wasserträger sind sich offenbar nicht bewusst, dass sie mit ihrem selbstherrlichen Vorgehen das Arbeitsklima vergiften und das Vertrauen in die Arbeitgeberin EZV schädigen. An der grossen Kadertagung zum Leistungsauftrag EZV 2013-2016 im November in Thun war die Botschaft von Oberzolldirektor Dietrich und GWK-Chef Noth doch mehr als deutlich! Wenn die obersten Chefs sagen, dass sie dem Kader vertrauen, heisst dies, dass das Kader im Sinne der EZV-Strategie zu handeln hat und nicht jeder machen kann, was er will – dies gilt auch für jene kleinen Könige, die weit weg von Bern sind.

 

Liebe Leser/-innen, ihr könnt euch vorstellen, dass es noch eine weitere schlaue Kategorie von Mitarbeitenden und Vorgesetzten gibt: Könige, die auch noch Propheten sind. Sie wissen alles, denn sie haben es von einem Kollegen gehört oder der Kollege hat einen Kollegen auf der OZD oder auf dem Kommando oder sonstwo, der es genau weiss. Diese Propheten vergiften nicht nur das Klima, sie verunsichern mit ihrem Geplapper die Mitarbeitenden, bescheren auch der Gewerkschaft unnötige Arbeit und erschweren uns manchmal, dringende Aufgaben zügig erledigen zu können.

 

Liebe Propheten und kleine Könige, egal, wo ihr seid: Wir sind heute eine moderne Verwaltung, ein Unternehmen mit über 4‘300 Mitarbeitenden, die selber denken können. Hört auf, alles und jeden mit fadenscheinigen Argumenten zu kritisieren und Kolleginnen und Kollegen das Leben durch kleine Gemeinheiten schwerzumachen!

 

Liebe Mitglieder, mein Anliegen an euch für 2013 ist klar und einfach: Wenn jeder von euch ein neues Mitglied wirbt, werden wir noch stärker, und diese Stärke brauchen wir für die Zukunft. Umso mehr als wir als Gewerkschaft zwar ein Mitspracherecht, aber leider kein Mitbestimmungsrecht haben. Das macht es schwieriger, unsere Anliegen durchzusetzen, obschon uns das auch im vergangenen Jahr doch immer wieder gelungen ist. Ich bitte euch auch, bevor ihr „Skandal!“ ruft zu überlegen, um was es eigentlich geht und mitzuhelfen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

 

Ich möchte an dieser Stelle auch eine Lanze brechen für das Kader der EZV, egal ob Dienstchef, Teamchef, Abteilungsleiter, GWK-Offizier oder Zollkreisdirektor: Ich bin mir bewusst, dass auch euer Job nicht immer einfach ist. Umso mehr danke ich all jenen, die das Personal mit Respekt und Vertrauen behandelt. Ich weiss sehr wohl, dass eure Position nicht einfach ist und dass es mit den Mitarbeitenden zeitweilig viel Geduld braucht und viele von euch diese auch aufbringen. Ich kann euch versichern, dass Garanto ein offenes Ohr hat und auch für eure Anliegen da ist.

 

Apropos Propheten: Die Welt ist einmal mehr nicht untergegangen – und wer weiss, vielleicht ändert sich nun nicht nur im Hotel Alpenrose in Interlaken noch das eine oder andere. Wenn dann auch noch die kleinen Könige da und dort zu echten Demokraten und die Untergangspropheten zu konstruktiven Kritikern mutieren, werden wir alle weniger Ärger haben und sogar hochgesteckte Ziele erreichen können.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen ein erfolgreiches 2013

 

Euer Zentralpräsident

David Leclerc

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