Kompromissloser Widerstand gegen Abschaffung von Altersrücktritt 60

Die Basis stärkt den Verbänden den Rücken: Einmütig haben sich an die 130 Grenzwächter-/innen aus der ganzen Schweiz am Dienstag, 5. September 2017, in Olten gegen die Abschaffung des Altersrücktritts 60 gewandt.

An dieser ersten nationalen Landsgemeinde der Grenzwächter äusserten die Anwesenden unverhohlen ihren Unmut gegen die Absicht des Bundesrats, das Rücktrittsalter 60 auch für Grenzwächter/-innen an der Front abzuschaffen.

 

Prominente …

Um 11 Uhr eröffnete der Solothurner CVP-Nationalrat und Präsident von Transfair, Stefan Müller-Altermatt (CVP), die Versammlung. Garanto-Zentralpräsident und Grenzwächter Roland Liebi berichtete über den bisherigen Kampf der Verbände für die Beibehaltung des GWK- Altersrücktritts mit 60 Jahren und machte klar: „Wir kämpfen für die Erhaltung dessen, was wir haben.“

Nationalrätin Barbara Gysi (SP/SG), Präsidentin des Personalverbandes des Bundes (PVB) brandmarkte die geplante Abschaffung des Altersrücktritts 60 als absurd. „Die Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen des GWK sowie des gesamten Bundespersonals verstossen gegen den Gesundheitsschutz und die Sicherheit. Dagegen müssen wir auf allen Ebenen ankämpfen.“

 

… und Leute von der Front gemeinsam

An dieser gemeinsamen Versammlung von Garanto und Transfair stellten die Garanto-Mitglieder naturgemäss die Mehrheit, mit Ausnahme der Tessiner Abordnung. Sehr stark vertreten waren die französischsprachigen GWK-Angehörigen. Der Präsident der Garanto-Sektion Romandie, Florent Simonnet, rief an diesem geschichtsträchtigen Ort – in Olten war vor rund 100 Jahren der Generalstreik von 1918 beschlossen und vorbereitet worden – auf, furchtlos zusammenzustehen und vereint gegen die Abschaffung des Altersrücktritts 60 zu kämpfen: „Wir brauchen keine Angst zu haben. Wir haben ein Recht darauf, unseren Ärger zu zeigen. Schliesslich sind auch wir Bürger eines demokratischen Rechtsstaates.“ 

Garanto-Zentralsekretärin Heidi Rebsamen wies überdies auf die negativen gesundheitlichen Folgen der Schichtarbeit hin. Bei den AdGWK kommt noch dazu, dass sie bei Wind und Wetter draussen sind, oft auch mit schwerer Ausrüstung.

Ein Vertreter des GWK-Kaders verwies auf die zahlreichen Schwierigkeiten, welche die Anhebung des Rentenalters auf 65 dem GWK auch für der Organisation und Planung bringen würden.

Resolution einstimmig verabschiedet

Nach lebhafter Diskussion über mögliche Massnahmen im Kampf für die Beibehaltung des Rentenalters 60 beschloss die a.o. Versammlung Aktionen an der Grenze sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung via Medien für unser Anliegen. Ausserdem soll jeder einzelne Bundesrat eingeladen werden, eine Nacht lang Grenzwächter und Grenzwächterinnen an der Front zu begleiten. Kurz vor 14 Uhr verabschiedeten die Anwesenden einstimmig eine Resolution gegen die Erhöhung des Rentenalters auf 65.

 

Gut vertreten waren auch die verschiedenen Medien. Wie sich am Abend herausstellte, waren deren Berichte generell wohlwollend, die Leserkommentare und deren „Likes“ zumindest auf grossen Medien-Webseiten hingegen durchzogen („Blick“, „20minutes“). Grösser war die Zustimmung („Likes“) generell in der Romandie. In der Deutschschweiz hingegen war der Tenor der Leser leider überwiegend negativ gegenüber dem GWK-Altersrücktritt 60.

Oscar Zbinden

1. Landsgemeinde der Grenzwächter in Olten

Stimmen der Basis

Wie jede Landsgemeinde lebte auch diese besonders von Wortmeldungen der Basis. Hier eine Auswahl:

Ein Grenzwächter: „Im Gegensatz zu früher muss heutzutage auch ein älterer Grenzwächter dieselben Leistungen bringen muss wie ein 25-Jähriger. Wenn er dies nicht kann, riskiert er eine schlechte Personalbeurteilung.“

Ein anderer Kollege fühlt sich „vom Bundesrat verraten: Die Übergangsfrist ist noch nicht einmal abgelaufen und schon folgt die nächste massive Verschlechterung. Das  Vorgehen der Politik ist eine Schande!“

Eine weiterer Grenzwächter: „Als ich ins GWK eingetreten bin, ist uns versprochen worden, dass wir mit 58 in den Vorruhestand treten. Dadurch sei der nicht sehr hohe Lohn und die Arbeit Tag und Nacht abgegolten. Das zählt nun alles nicht mehr, doch das darf doch so nicht sei! Die haben doch einen Vertrag mit uns, der zu erfüllen ist.“

Eine Grenzwächterin aus dem Tessin: „Es geht um unsere Gesundheit. Und darauf haben auch wir Grenzwächterinnen und Grenzwächter ein Recht.“

Auch jungen Grenzwächterinnen und Grenzwächter ist es nicht egal, 5 Jahre länger zu arbeiten. Selbst wenn sie noch dreissig Jahre oder mehr von der Pensionierung entfernt sind, machen diese Jungen die Rechnung. Sie wollen keine weitere, massive Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen und Perspektiven hinnehmen. „Das hiesse doch einfach, viel mehr bzw. viel länger zu arbeiten“, empört sich ein Kollege aus der Ostschweiz.“

 


Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, CVP SO, hat nicht zuletzt dazu aufgerufen, so oder so für die Altersvorsorge 2020 am 24. September 2017 ein zweifaches Ja in die Urne zu werfen. 


 Oscar Zbinden

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Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto


Greisenkorps GWK: Ausrüstung / Corps de vieillards: équipement / Corpo di anziani: equipaggiamento

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