Leichtathletik und mehr

04.05.2013

Es ist ebenso erstaunlich wie erfreulich, dass nebst Berufs- und Gewerkschaftsarbeit, Familie und Freunden einigen unserer engagierten Mitglieder noch Zeit für weitere Leidenschaften bleibt. Heute stellen wir unseren Leserinnen und Lesern eine der beiden Tessiner Vertreterinnen im Zentralvorstand (ZV) auf eine persönliche Weise vor: Lorena Bertoldi und ihr Engagement nicht nur, aber vor allem für die Leichtathletik.

OZ

 

100% Leidenschaft

Hobbies sind eine Abwechslung von unserem hektischen Alltag. Ihnen widmen wir einen beträchtlichen Teil unserer Freizeit. Viele Vereine, besonders Sportvereine, erfordern immer mehr Professionalität und Hingabe. Das Herz des Systems aber bleibt die Freiwilligenarbeit.

 

Einige Freiwillige leisten diese mit solcher Leidenschaft, dass man sich fragt, woraus sie all die Kraft schöpfen und ihre Freizeit mit hundertprozentiger Leidenschaft füllen. Eine Person, auf die das voll zutrifft ist Lorena Bertoldi. Sie arbeitet auf der Zollkreisdirektion IV in Lugano, ist seit 2002 Mitglied von Garanto und seit 2002 im Vorstand der Sektion TI; seit August 2009 ist sie im Zentralvorstand. Hobbies hat sie gleich mehrere und frönt ihnen mit unglaublicher Begeisterung, Einsatz und Opfermut – mit einem Ziel: der Freiwilligenarbeit.

 

So richtig Dampf lässt Lorena mit der Fasnacht ab. Die Warmherzigkeit, Vergnügungsfreude und Unbekümmertheit der Tessiner ist landesweit bekannt. Von September bis Februar ist da die Guggenmusik, die „Lüganiga Band“: Proben, Kostüme – die Wochen vergehen im Fluge – und dann die Fasnacht mit verschiedenen Umzügen im Tessin, in der restlichen Schweiz und in Italien. Nächte voller Musik und Heiterkeit.

 

Ihre wahre Leidenschaft aber ist die Leichtathletik. Als Sechsjährige kommt sie beim Eintritt in die Primarschule von Massagno – einem Vorort von Lugano – erstmals in Kontakt mit dem örtlichen Leichtathletik-Club SAM (Società Atletica Massagno). Das geht alles noch spielerisch, doch das Verlangen nach Wettbewerb fehlt nicht: bald werden aus Spielen Wettkämpfe. Gute Ergebnisse, vor allem bei den Wettläufen, lassen nicht lange auf sich warten. Die Trainings tragen mit verdienten Siegen die erhofften Früchte. In der Pubertät gewinnt dann aber das Lernen Oberhand – wie bei so vielen. Geblieben ist Lorena aber die Begeisterung für die Leichtathletik, welche sie mit verblüffender Leichtigkeit auch auf die Kleinsten zu übertragen vermag.

 

Seit sieben Jahren betreut Lorena 7- bis 13-jährige Kinder. In der SAM trainieren rund 70 von ihnen ein- oder zweimal, bis zu dreimal, pro Woche – je nach Wettkämpfen. Das bedeutet fünf bis sechs Stunden Training pro Woche – eine anspruchsvolle Aufgabe, umso mehr als nichts dem Zufall überlassen wird. Ihre eigenen Erfahrungen als Leichtathletin und die Athletikausbildung bei „Jugend und Sport“ (J+S) und J+S „Kids“ sind die Fundamente, auf die bauen und mit denen sie den Kindern Instrumente zum Erfolg geben kann.

 

Die Leichtathletik lebt von Wettkämpfen, und auch Lorena lebt dabei so richtig auf. Fast jedes Wochenende stehen Reisen an: Treffpunkt beim Sportzentrum, Appell im Kleinbus und dann schnell weg. Je nach Jahreszeit ändern die Wettkämpfe beträchtlich. Im Winter gibt es „Crosses“, das sind individuelle Geländeläufe von 500 m bis 2 oder 3 km Länge für Unter-14-Jährige (U14): eine solide Vorarbeit für die körperliche Kondition.

 

Im Frühling kommen dann die Dorf-Stafetten: Mannschafts-Wettläufe mit je drei Athleten über verschiedene Distanzen (ca. 200 - 600 m pro Strecke). Diese stärken die Freundschaft und führen zu einem gesunden Teamgeist.

 

Später geht‘ dann auf die Pisten mit Wettkämpfen wie dem „Swiss Athletic Sprint“, einem Schnelllauf über 60 oder 80 m (U14) – früher hiess der Wettbewerb „Schnellster Junge des Tessins“, und die Statistiken weisen einen ersten Platz für Lorena Bertoldi aus! – oder der UBS „Kids Cup“. Auf diesen Wettbewerb warten die Kinder jeweils sehnlich, weil dabei unterschiedliche Fähigkeiten in verschiedenen Disziplinen gefragt sind (Schnelllauf, Würfe, Sprünge).

 

Der Herbst bringt die Athleten wieder zurück in die Halle, wo der „Kids Cup Team“ im Vordergrund steht, in welchem der SAM die Rangliste der Region anführt. Auch national schlägt sich der SAM gut und bringt immer wieder Athleten in die Schweizer Finale. Im „Kids Cup Team“ messen sich Fünfer- oder Sechsergruppen über Spiele in Schnelllauf und Sprüngen, beim Biathlon in der Ausdauer sowie in Hindernislauf-Stafetten. Stimmung und Anfeuerungsrufe in den Finalen sind beeindruckend.

 

In den Leichtathletik-Finals des Kantons Tessin 2012 bestritten sieben SAM-Mannschaften (39 Kinder) die Endspiele, vier SAM-Mannschaften qualifizierten sich für den schweizerischen Final in Willisau vom 16. März 2013. Das Ende der Saison bildet traditionell das Sommer-Trainingslager im August in St. Moritz: eine Woche im Zeichen von Sport und Spass – für die Kinder ebenso wie für die Leiter/-innen.

 

Matteo Corengia, SAM / Lorena Bertoldi

(Übersetzung: Oscar Zbinden)

Fotos: SAM / Lorena Bertoldi

Zurück zur Übersicht

 


Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto


Greisenkorps GWK: Ausrüstung / Corps de vieillards: équipement / Corpo di anziani: equipaggiamento

Zukunft-GWK_Cgfr-futur_Futuro-Cgcf_GWK-Rollatoren.jpg