Mit Mindestlöhnen Lohndruck stoppen!

24.02.2011

SGB startet Unterschriftensammlung zur Mindestlohn-Initiative

Die SGB-Gewerkschaften haben am 25. Januar 2011 die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative „Für den Schutz fairer Löhne (Mindestlohn-Initiative)“ gestartet.Diese will den zunehmenden Lohndruck stoppen, einerseits durch Förderung von Gesamtarbeitsverträgen mit Mindestlöhnen, andererseits durch Festlegung eines nationalen gesetzlichen Mindestlohnes. Dieser soll 22 Franken pro Stunde betragen, also pro Monat Fr. 3800.- (40 h/Woche) bzw. Fr. 4000.- (42 h/Woche).

 „Höhere Mindestlöhne führen nicht zu mehr Arbeitslosigkeit“, so SGB-Chefökonom Daniel Lampart. Sie ermöglichen etwa Betroffenen, einen Zweitjob aufzugeben oder schafften für Sozialhilfe-Bezüger mehr Anreiz, wieder eine Arbeit anzunehmen. „Mindestlöhne führen zu ausgeglichenerer Einkommensverteilung.“ Das sei nicht nur gerecht, sondern auch konsumfördernd. Denn tiefe und mittlere Einkommen würden – wenn überhaupt – weniger sparen als hohe Einkommen. „Deshalb würde mehr Einkommen als Konsum in die Wirtschaft zurückfliessen.“ Höhere Mindestlöhne wirken auch nicht preistreibend. Beleg: „Seit 1998 ist der unterste Mindestlohn im Gastgewerbe-GAV – nota bene als Folge von Verhandlungen der Sozialpartner – von damals 2350 auf heute 3383 Franken pro Monat gestiegen (+44 Prozent). Die Preise in Restaurants und Hotels sind hingegen weitgehend im Einklang mit den übrigen Dienstleistungspreisen in der Schweiz gestiegen.“

 

 400‘000 arbeiten zu Tieflöhnen

Vania Alleva, SGB-Vizepräsidentin und Unia-GL-Mitglied, verwies auf die lange Liste der betroffenen Branchen (…): „Betroffen sind aber auch Branchen und Berufe, die man nicht erwarten würde: Pharma-Assistenten/-innen oder Dienstleister in der IT-Branche… Fast jeder zehnte Arbeitnehmende in der Schweiz arbeitet zu einem unhaltbaren Tieflohn. Betroffen sind gegen 300'000 Frauen und über 100'000 Männer“.

 

Auf besonders stossende Beispiele verwies Kapers-Präsidentin Valérie Hauswirth: „Der Einstiegslohn für Kabinenbesatzungsmitglieder bei der Swiss liegt bei Fr. 3'300.- (2-sprachig) und Fr. 3'400.- (3-sprachig) und erreicht nach drei Jahren eine Höhe von Fr. 3'500.- (2-sprachig) bzw. Fr. 3'600.- (3-sprachig).“ Und das nicht für irgendeine Hilfstätigkeit. Denn für den Einstieg beim Kabinenpersonal wird u.a. verlangt: „Mindestalter 18 Jahre, Berufsabschluss oder Matura, Freundlichkeit, Dienstleistungsorientierung, Teamfähigkeit usw. und ein ausgezeichneter gesundheitlicher Zustand.“ Bei der Air Berlin betrage der tiefste Einstiegslohn gerade mal mickrige Fr. 2'900.-.

 

SGB, DL/EA (25.01.2011)


 

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