MITGLIEDERPOST: Reorganisationswelle

Ich war nie der typischen Zöllner. Ich denke linker und gesellschaftlich fortschrittlicher als viele Gewerkschaftskollegen. Trotzdem bin ich nach meiner Pensionierung bei Garanto verblieben, um meine Solidarität zu zeigen. Mir war der Solidaritätsgedanke wichtig. Heute frage ich mich, wieweit Garanto das tut.

Zurzeit läuft auf der Oberzolldirektion eine einschneidende, demotivierende und den Fiskus schwächende  Reorganisation. Alles, für das ich während Jahren eingestanden bin, scheint heute wertlos zu sein. Die Sektion Mehrwertsteuer, welche mit grosser Effizienz die wichtigste Einnahmequelle der OZD leitet, steht vor der Auflösung. Die frühere interne Aufstiegsmöglichkeit gibt es nicht mehr. Es zählen nur noch Diplome! All dies läuft unter dem Deckel des Stillschweigens. Weder erfährt die Öffentlichkeit etwas davon, noch ist sie unsern politischen Vertretern in den Räten bekannt.

Herr Bock kann mit seinen Getreuen schalten und walten, wie er will, und sich erst noch darstellen als ein die Mitarbeitenden schätzender Chef. Nur wenn es um die Grenzwacht geht, werden die ständigen Verschlechterungen des Zollpersonals in den Medien thematisiert. Mein ehemaliger Sektionschef hat die Konsequenzen gezogen und hat zur ESTV gewechselt, als Sachbearbeiter und mit mehr als 2000 Franken weniger Lohn pro Monat. Eine weitere Kollegin geht in die Privatwirtschaft, weil die Situation so demotivierend ist. Das sagt alles.

Wo ist Garanto?  Wäre es nicht höchste Zeit, gegen die Zerstörung einer einst stolzen und funktionierenden Verwaltung öffentlich zu protestieren und die Reorganisation und ihre Folgen für die Mitarbeitenden der Zollverwaltung und den Fiskus zum Thema zu machen.  Der hier laufende Prozess, die Zerstörung einer funktionierenden Verwaltungsstruktur ist  kein Einzelfall. Es geht hier um nichts weniger als die Frage, wie schwach oder stark die Verwaltung – ein immer genanntes Plus für die Standortwahl  Schweiz – sein wird. Wird sie in zehn Jahren noch Mitarbeitende haben, welche sich für mehr als nur ihren Lohn und die Karriere einsetzen?

Ich finde, es wäre allerhöchste Zeit für Garanto, sich der Reorganisation anzunehmen und die Demotivation und Verunsicherung des OZD-Personals und die Folgen der fortlaufenden Schwächung der Zollverwaltung an die Öffentlichkeit und in die Politik zu tragen. 

Peter Blaser, ehemaliger Sachbearbeiter Sektion Mehrwertsteuer


Lieber Peter Blaser

Die Reorganisationswelle hat uns überrollt und sie ist tiefgreifender und in einem ungeheuren Tempo unterwegs, verursacht durch einen neuen Steuermann. Mit dem neuen Steuermann haben sich auch die Beziehungen Garanto und EZV total verändert. Fakt ist, wir sind von den Informationen der GL EZV abgehängt und es finden auch keine informellen Gespräche mehr statt. Wir erhalten jedoch Infos von unseren Mitgliedern und den Sektionspräsidenten. Für Betroffene hat Garanto auch schon Workshops zum Sozialplan organisiert.

Das Ausmass und das Tempo der angeschlagenen Reorganisation stellt eine enorme Belastung und Herausforderung  für  Garanto und die Mitglieder dar. Wie soll man darauf reagieren? Wir wollen einen konstruktiven Weg einschlagen. Der Zentralvorstand und die Vorstände der Sektionen werden sich an einer Tagung im Frühjahr 2018 mit der Reorganisation befassen und unserer künftigen Rolle. Darüber werden wir dann natürlich berichten und auch eine gewerkschaftsinterne Diskussion entfachen.

Heidi Rebsamen, Zentralsekretärin


Zurück zur Übersicht

 


Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto


Greisenkorps GWK: Ausrüstung / Corps de vieillards: équipement / Corpo di anziani: equipaggiamento

Zukunft-GWK_Cgfr-futur_Futuro-Cgcf_GWK-Rollatoren.jpg