Mitmachen bringt mehr als Trittbrett fahren!

26.05.2010

Interview mit Karl Strohhammer, Ex-Präsident der Sektion Bern

 

Im GV-Bericht der Sektion Bern hat der neue Berner Sektionspräsident André Zobrist auch seinem langjährigen Vorgänger gedankt (s. garaNto-Zeitung 4-2010). Da Karl Strohhammer eine überdurchschnittlich lange Wirkungszeit in der Gewerkschaft aufweist, drängen sich ein paar Fragen zur Person und Gewerkschaftskarriere geradezu auf.

 

Oscar Zbinden: Du bist seit 35 Jahren Verbandsmitglied und während 23 Jahren für garaNto und den Vorgängerverband VSZB aktiv gewesen. Wie kommt das?

 

Karl Strohhammer: Entscheidend war, dass ich gleich zu Beginn meiner beruflichen Tätigkeit mit Kollegen zusammenarbeiten durfte, die im damaligen VSZB eine wichtige Rolle spielten. Besonders möchte ich hier Giordano Schera erwähnen. Für mich war deshalb immer klar, dass ein starker Berufsverband bzw. eine starke Gewerkschaft wesentlich dazu beitragen, dass das Personal beim Bund im Allgemeinen und bei der Zollverwaltung im Besonderen in jeder Beziehung anständig behandelt wird. Dazu kommt, dass ich meine Berufswahl nie bereut habe und auf meine Arbeit stolz bin. Deshalb war und ist es für mich auch selbstverständlich, aktiv auf verschiedenen Stufen mitzuarbeiten.

 

OZ: Welches waren für dich die schönsten Momente, die grössten Erfolge?

 
KS:
Ich könnte zahlreiche Geschäfte aufzählen, bei denen das Engagement der Verbände und Gewerkschaften dazu geführt hat, dass schlussendlich für das Personal bessere Lösungen gefunden werden konnten.

Ein besonders turbulentes Jahr war 1992. Im ersten Halbjahr 1992 leitete ich als geschäftsführender Vizepräsident den VSZB. Damals reichte der Bundesrat ein EU-Beitrittsgesuch ein, und die EWR-Abstimmung stand bevor. Die EZV publizierte eine Studie, in welcher die gravierenden Auswirkungen eines solchen EU-Beitritts für das Personal aufgezeigt wurden. Ich war der Auffassung, dass das Zoll- und Grenzwachtpersonal über berufliche Fähigkeiten verfügt, die auch in Zukunft gebraucht würden. Es bestand kein Grund, in Pessimismus zu verfallen. Zu meiner grossen Verblüffung hat mich kurz darauf der damalige Oberzolldirektor Lauri an einem grossen Kaderanlass für meine Rede an der VSZB-Delegiertenversammlung in Altstätten ausdrücklich gelobt. Übrigens hat sich meine grundsätzliche Haltung seit 1992 nicht geändert: Ich bleibe Optimist!

 

OZ: Welches waren die schwierigsten Momente, die grössten Enttäuschungen?

 
KS:
Besonders zu denken gibt mir die weit verbreitete Trittbrettfahrermentalität. Man profitiert zwar vom Einsatz von garanto und den Dachorganisationen, ist aber ausgetreten bzw. tritt gar nicht erst bei. In vielen Fällen haben die Austritte auch damit zu tun, dass man mit personalpolitischen Entscheiden der Verwaltung, des Bundesrates oder gar des Parlamentes nicht einverstanden ist. Konsequenterweise müssten diese Leute eigentlich beim Arbeitgeber austreten. Ein typisches Beispiel ist die Umstellung auf das Beitragsprimat bei unserer Pensionskasse. Dabei sind nicht zuletzt dank des Einsatzes der Personalverbände noch einige wichtige Verbesserungen erreicht worden.

 

OZ: Welchen Einfluss hat die Tätigkeit für den Verband auf deine berufliche Karriere gehabt?

KS: Ich habe zu keinen Zeitpunkt den Eindruck gehabt, dass mir mein gewerkschaftliches Engagement in irgendeiner Form negativ ausgelegt würde. Ganz im Gegenteil hat offenbar meine Art, zur Lösung von Problemen beizutragen, eher positiv überzeugt. Dazu kommt, dass ich dadurch mit zahlreichen Geschäften und Projekten zu tun hatte, die über mein angestammtes Fachgebiet weit hinausgingen. Der direkte Zugang zu vielen interessanten Informationen hat es mir immer wieder erlaubt, über den eigenen „Tellerrand“ hinauszublicken. Allein schon diese Möglichkeiten sollten vor allem jüngere Kolleginnen und Kollegen anspornen, sich bei garaNto zu engagieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Man kann davon nur profitieren!

 

OZ: Hast Du Wünsche oder Anregungen an unsere  jetzigen und künftigen Verantwortlichen auf sektionaler wie auf nationaler Ebene?

KS: Mitglieder von garanto sind traditionell auch die Angehörigen des grössten Teils des Kaders der Zollverwaltung. Es ist mir ein Anliegen, dass auch die Interessen dieser Mitglieder beachtet werden. Dies gilt vor allem für die Politik der Dachorganisationen, insbesondere für den SGB.


Karl Strohhammers wichtigste Ämter

1984 - 1989: Vorstand der Sektion Bern VSZB, seit 1986 als Präsident

1988 - 1996: ZV-Mitglied des VSZB, zuerst als Protokollführer, ab 1990 Vizepräsident

1999 - 2010: Präsident der Sektion Bern des VSZB bzw. von garanto (seit 2003).


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