Parlamentarische Wendehälse und Vorgesetzte mit Narrenfreiheit

25.01.2014

Jedes Jahr im Dezember kommen die besinnlichen Tage und alles scheint wieder gut. Doch weit gefehlt! Jedes Jahr im Dezember kommt der Kampf ums Geld im Parlament, und da zeigt sich wer Wort hält und wer nur Parteipolitik macht. Auch 2013 war es soweit: Das KAP wurde zwar gekappt, doch dafür wollte man 200 Millionen Franken einsparen –  auch beim Personal der EZV. Das ist leider auch nichts Neues, wenn da nicht eine selbsternannte Partei des Volkes wäre, die statt Probleme zu lösen lieber neue generiert und der das Parteibuch sowie persönliche Interessen näher sind als das Volk und dessen Probleme. Diese Partei fordert immer wieder mehr Sicherheit für die Schweiz: mehr Polizisten, mehr Grenzwächter, Verschärfung im Asylwesen usw. Nur dass diejenigen, die einmal mehr Sicherheit wollen auch die sind, welche dafür kein Geld locker machen wollen –  zusammen mit einer Wirtschaftspartei, deren Stern schon lange auf dem Sinkflug ist.

 

Es ist die SVP – aber auch die FDP –, die im Dezember 2013 erneut für Sparanträge beim Bundespersonal, und somit auch bei Zoll und GWK zugestimmt hat, jene SVP, die mehr Grenzwächter will. Die SVP macht mit dem GWK Parteipropaganda und hat offenbar das Gefühl, wir würden es nicht merken. Doch weit gefehlt! Wir haben es alle gemerkt und können nur den Nationalräten/-innen und Ständeräten/-innen der BDP, SP, Grünen und CVP danken, die rechtsbürgerlichen Antrag abgelehnt haben.

 

Auch das Thema der Arbeitszeitmenüs ist so eine Geschichte. Ja, liebe Leser, schon wieder. Eigentlich könnten wir uns diese Streitereien ersparen, wenn alle EZV-Mitarbeitenden zwischen den Menüs 1 bis 4 und der Jahresarbeitszeit wählen könnten. Oder wenn die Jahresarbeitszeit für alle gelten würde, egal ob beim zivilen Zoll oder beim GWK. Aber leider ist es so, dass in diversen Regionen und Zollkreisen sogar die Zollinspektoren und Postenchefs zu kleinen Königen mutieren und das Gefühl haben, wenn sie alles einschränkten, seien sie Helden. Sie sind aber bloss „Helden“ des Irrtums mit fehlendem Führungsinstinkt und keine Könige. Gleichzeitig fragt man sich dann, wieso bei Umfragen die Werte der Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung nicht dort sind, wo man sie haben will. Ach ja, und bevor ich es vergesse: All diese „Helden“ waren auch in Führungsseminaren, bei denen die Mitarbeiterzufriedenheit ein Thema ist, doch offenbar haben sie nichts begriffen.

 

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser:  Ich weiss, dass ich damit angreife und polarisiere. Was ich damit aufzeigen will: Es ist noch lange nicht alles so rosig, wie man uns vielfach verkaufen will. Das gilt auf beiden Seiten. Es gibt immer noch EZV-Angestellte, die das Gefühl haben, sie seien die einzig wahren und unverzichtbaren im grossen Umzug der EZV. Doch es ist niemand unverzichtbar – jede und jeder ist ersetzbar, egal ob Chef oder einfacher Angestellter. Diese Mitarbeitenden seien daran erinnert, dass sie gegenüber dem Arbeitgeber nicht nur Rechte haben, sondern auch Pflichten. Man kann nicht das eine einfordern ohne das andere zu befolgen. So sind die Spielregeln.

 

Dennoch scheinen die aufgezeigten Probleme nichts gegenüber der Arbeitssituation von Polizisten und Zöllnern in neueren EU-Staaten. In verschiedenen osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Slowakei oder der Tschechischen Republik kann es sein, dass nach den Wahlen der neue Innenminister das Polizeiwesen umkrempelt und man von heute auf morgen auf der Strasse steht. Es kann auch sein, dass man in einem Weiterbildungskurs ist und dort erfährt, dass sein Vorgesetzter abgesetzt worden ist und man selbst so mir nichts, dir nichts befördert wird – einfach so, ohne zu fragen, ob man das will. Solche Zustände will bei uns niemand haben, und auch deshalb bekämpfen wir jegliche Anwandlung von Allmacht schon im Keime.

Darum fordere ich alle auf, mit Respekt und Anstand aufeinander zuzugehen und gemeinsam  unsere Zukunft in der EZV zu gestalten. Den Wendehälsen in der Politik aber sei gesagt, dass wir sie das nächste Mal nicht mehr wählen.

 

David Leclerc, Zentralpräsident Garanto

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A.o. Versammlung der Grenzwächter/-innen: DI 5. Sept. 2017, 11 - 14 Uhr, Olten

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