Personalbeurteilung und Negativlohn

20.12.2011

Für die EZV ist die Personalbeurteilung nicht einfach ein Führungsinstrument, um das Personal mit finanziellen Anreizen zu motivieren. Die EZV hat eine Mission: Möglichst viele 2-er-Beurteilungen vergeben und ab diesem Jahr auch mit Lohnkürzung  zu strafen. Das kommt bei den Betroffenen und der Gewerkschaft nicht gut an. Im Zentrum unserer Kritik an die EZV stehen vier Punkte.

Quoten: garaNto ist nicht generell gegen 2-er-Beurteilungen. In einigen Fällen sind sie vertretbar. Aber garanto lehnt Quoten von 15–25%, wie u.a. vom GWK  angestrebt, klar ab. Faire Beurteilungen und derart hohe Quoten schliessen sich gegenseitig aus.

Kollektiventscheide: Zuständig für die Personalbeurteilungen sind die direkten Vorgesetzten. Deren Spielraum wird bei der Gesamtbeurteilung jedoch eingeschränkt: teils durch vorwegnehmende Intervention der nächst höheren Vorgesetzten, teils durch Vorgaben der Wahlbehörden (OZD, KD, Kdo Reg). Die Personalbeurteilung wird so zur systemfremden Kollektivbeurteilung.

Quervergleiche: Hohe Bedeutung misst die EZV internen Quervergleichen mit anderen Mitarbeitenden in gleicher oder ähnlicher Funktion zu. Dieses Kriterium ist aber nur bei der Einhaltung von Quoten zwingend – also einzig bei der Beurteilungsstufe 4. Trotzdem werden auch bei den übrigen Stufen Quervergleiche angestellt. Sie dienen dazu, gute Leistungen zu relativieren oder gar herabzustufen. Wenn die EZV Quervergleichen derart hohe Bedeutung beimisst, warum orientiert  sie sich nicht auch an den Referenzwerten der übrigen Bundesverwaltung?

Negativlohn: garaNto lehnt Negativlöhne aus zwei Gründen ab. 1. Sie führen nicht zum Ziel, sondern verunsichern die Betroffenen oder demotivieren sie sogar. Verunsichert werden zudem jene, die auf 2-er-Kurs sind. 2. Der Negativlohn suggeriert, dass die 2-er-Beurteilung für ungenügende Leistungen stehe.

garaNto ist nicht gegen leistungsfördernde Massnahmen, aber sie müssen aufbauend und zielführend sein. Wir müssen der Verlockung widerstehen, den Negativlohn als Heilsbringer zu sehen. Wer kennt nicht Kolleginnen oder Kollegen, die mehr leisten könnten? Dies ist nichts Neues – neu ist aber, dass die EZV v.a. 2-er-Beurteilungen diesem Generalverdacht unterstellt, mit finanziellen Konsequenzen.

Die Gewerkschaften waren nicht begeistert über die Einführung des „Leistungslohnes“. Mittlerweile haben wir uns notgedrungen damit arrangiert. Die EZV hingegen tut sich immer noch schwer mit dem neuen System und hängt dem alten nach. Ohne Druck von innen und aussen wird die EZV ihre Praxis leider nicht ändern.

André Eicher, Zentralsekretär

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