Schicht- und Nachtarbeit

Grenzwächterinnen und Grenzwächter an der Front werden mit Fug und Recht ein paar Jahre früher pensioniert. Denn zum einen sind die älteren unter ihnen nicht mehr so schnell, flink und ausdauernd wie jüngere. Das mindert die Sicherheit – ihre eigene, aber auch die öffentliche. Zum anderen riskieren Grenzwächter mit zunehmendem Alter ihre Gesundheit, und dies nicht nur wegen der Arbeit bei Wind und Wetter draussen, sondern auch wegen möglicher Folgen durch Schicht- und Nachtarbeit.

Dass Schicht- und besonders Nachtarbeit auf Dauer ungesund sind, ist schon lange bekannt. Arbeitsmediziner und Ärzte weisen in immer mehr nationalen und internationalen Studien die Gesundheitsrisiken jahrelanger Schicht- und Nachtarbeit nach. Ob man eher eine frühaktive „Lerche“ oder eine spätaktive „Eule“ ist, etwas gilt für alle: Der Mensch ist von Natur aus eher tagaktiv. Ausgedehnte, wiederkehrende bzw. regelmässige Schicht- und Nachtarbeit sind erst durch technische Erfindungen sowie wirtschafts- und gesellschaftspolitische Entwicklungen seit der Industriellen Revolution in grösserem Umfang machbar geworden. Der Mensch ist aber seit Jahrtausenden derselbe geblieben und kann durch unnatürliche, versetzte Schlaf- und Wachzeiten gesundheitlich Schaden nehmen.

So leiden Schicht- und Nachtarbeitende deutlich häufiger als Normalarbeitende unter folgenden Krankheiten bzw. physischen oder psychischen Störungen:

  • vorzeitige kognitive Alterung: abnehmende Gedächtnisleistung, Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Reaktionsschnelligkeit; dies tritt im Schnitt 6½ Jahre früher ein.

Ausserdem erhöht häufige Schicht- und Nachtarbeit die Wahrscheinlichkeit für folgenden Leiden:

  • (Magen-)Geschwüre
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Multiple Sklerose
  • verschiedene Krebsarten, v.a. Dickdarm, Brust und Lungenkrebs – letzterer sogar von Nichtrauchern (!)
  • Angstzustände, Depressionen
  • erhöhte Reizbarkeit
  • sexuelle Störungen (Potenz, Libido).

Die Beeinträchtigung der Gesundheit kann auch fünf Jahre oder mehr nach Beendigung der Schichtarbeit noch eintreten.

Daneben weisen Schicht- und Nachtarbeitende häufiger als Normalarbeitende höhere Infektionsanfälligkeit auf, insbesondere Erkältungen und grippale Infekte sowie Magen-Darm-Leiden. Frauen können vermehrt unter Störungen des Monatszyklus, reduzierter Fruchtbarkeit und höherem Abortrisiko leiden.

Weit verbreitet sind auch schon nach kürzerer Dauer Schlafstörungen und chronische Übermüdung – teils auch mit gefährlichen Aussetzern: Einnicken, Sekundenschlaf!

Nicht zuletzt erschwert regelmässige Schicht- und Nacharbeit  ein geordnetes Familienleben, die Pflege von Freundschaften, aber auch das Betreiben von Hobbies. Umso wichtiger und richtiger ist es, Grenzwächter weiterhin fünf Jahre früher in den Ruhestand zu entlassen. Das ist besser für ihre Gesundheit und unsere Sicherheit.

Oscar Zbinden, Informationsbeauftragter

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