Serie: Gewerkschaftliche Wertung von EZV-Projekten (III)

10.10.2007

(OZ) Die meisten Mitglieder des garaNto-ZV arbeiten als Vertreter der Gewerkschaft garaNto auch in verschiedenen Projekten oder nationalen Arbeitsgruppen der Eidg. Zollverwaltung (EZV) mit. In dieser Serie stellen ZV-Mitglieder EZV-Projekte aus gewerkschaftspolitischer Sicht dar. Diese Bewertungen sind weder umfassend noch endgültig - genauso wenig wie manche Projekte selbst - und geben nicht in jeder Frage notwendigerweise die Meinung der gesamten garaNto-Führung wieder. Weitere Beiträge erscheinen in lockerer Folge in den nächsten Ausgaben.


Projekt „Durchdiener GWK"

 

Rekrutierungsprobleme anders lösen!

 

Das Projekt „Durchdiener GWK" ist aus gewerkschaftspolitischer Sicht schon aus seinen Grundzügen nicht akzeptabel. Tatsache ist, dass dem Grenzwachtkorps heute Personal fehlt und man bei der Rekrutierung nicht genügend Kandidaten/-innen findet, die den Grundanforderungen entsprechen.

David Leclerc, Vizepräsident garaNto


Liegt dies an der Allgemeinbildung der Kandidaten oder ist das Interesse am Beruf zuwenig gross? Oder liegt es nicht auch daran, dass der Bund als Arbeitgeber seine vielbeschworene Attraktivität schlicht verloren hat? Niedrige Anfangslöhne und sich verschlechternde Arbeitsbedingungen sowie eine Politik des Abbaus haben die Attraktivität des Bundes als Arbeitgeber geschmälert. Da hilft auch keine Inseratenkampagne, welche den Beruf des Grenzwächters als herausfordernd und spannend preist. Unter dem Druck fehlender Interessenten und dem ewigen Druck aus dem VBS, für sich neue Aufgaben zu finden, hat sich das GWK-Kommando auf ein Projekt eingelassen, dessen Ziel mehr als nur fragwürdig ist.

Tieflöhne: Ungerecht und gefährlich
Schon alleine der Aspekt der Entlöhnung spricht aus gewerkschaftspolitischer Sicht gegen das Projekt. Ein Grenzwacht-Aspirant erhält einen vollen Lohn, ein Durchdiener GWK bloss einen Sold. Wo ist hier die Gerechtigkeit vom gleichen Lohn für gleiche Arbeit? Nebenbei besteht bei solchen Löhnen die Gefahr der Bestechlichkeit, und diese Gefahr ist für eine Verwaltung, die jährlich Milliarden für die Bundeskasse einnimmt, zu gross.

Mit dem Durchdiener-Projekt werden auch die Partner aus den Polizeikorps - die ebenfalls mit Unterbeständen kämpfen - arg brüskiert. Das VBS im Gegenzug versucht mit diesem Projekt sein Experiment Durchdiener, das seit Jahren nie den versprochenen Erfolg gebracht hat, auf einen zweifelhaften Erfolgskurs zu führen. Seit mehreren Jahren versucht das VBS, in der inneren Sicherheit Fuss zu fassen, obwohl die Armee für diese Aufgabe nicht vorgesehen ist. Die Armee hat sich in Friedenszeiten weder an der Grenze noch im Inland in Sicherheits-, Fremden- und Zollaufgaben einzumischen oder gar Aufgaben zu übernehmen.

Arbeitsbedingungen wieder attraktiv machen!
Das Projekt „Durchdiener GWK" ist ein Schritt in die falsche Richtung und zeigt, dass sich die Gewerkschaften weiterhin dafür einsetzen müssen, dass die Bestände von Grenzwachtkorps und Polizei aufgestockt werden und dass die Armee endlich einen klaren Auftrag erhält. Die politisch Verantwortlichen in Bern sollten endlich einsehen, dass Sicherheit nicht mit den billigsten Mitteln geschaffen werden kann. Das Problem der Unterbestände im GWK kann gelöst werden, wenn die Attraktivität des Bundes als Arbeitgeber wieder gegeben ist, aber nicht mit scheinbar billigen Übungen, die das VBS über ein Hintertürchen in der inneren Sicherheit Fuss fassen lassen.

 

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