Stimmen von Garanto-Teilnehmern

29.03.2014

Thomas Affolter, Präsident Sektion ZH

 

Was hat dich zur Teilnahme an der Service-public-Tagung bewogen?

Ich finde den Service-public eine wichtige Errungenschaft der Schweiz und lege viel Wert darauf. Als mir dann bekannt wurde, dass eine solche Veranstaltung durchgeführt wird, war für mich die Teilnahme ein Muss.

 

Was ist dir geblieben? Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse für dich?

Alles waren interessante und eindrückliche Referate. Der Service public ist ein wichtiges Instrument zur Wahrung unserer Selbständigkeit und Freiheit. Er trägt viel zur Aufrechterhaltung unseres Wohlstandes bei.

 

Was hat dich am meisten beeindruckt?

Mehr schockiert als beeindruckt hat mich, die Tatsache, dass die Rechtsordnung von unseren Volksvertretern – Politikern – nach ihrem Belieben und persönlichen Interessen malträtiert und mit Füssen getreten wird! Bestes Beispiel dafür war der Vortrag bezüglich des Gesundheitswesens im Kanton Neuenburg.

 

Welche Chancen und Risiken siehst du für den Service public generell und für Zoll und Grenzwache speziell?

Wichtig  ist, dass wir einen gut funktionierenden Service-public aufrechterhalten, ohne gleich zu übertreiben, d.h. in einem gesunden und vernünftigen Masse. Ansonsten wird er zu teuer und wird aufgrund bürgerlicher Sparpakete „abgeschafft“.

 

Hast Du Wünsche oder Anregungen an die Service-public-Verbände generell und an Garanto speziell?

Meiner Meinung nach wäre eine Volksinitiative reif, welche den Service-public in der Verfassung verankert. So könnte einer Verwässerung oder gar einer Abschaffung vorgebeugt werden.


Urs Mauerhofer, Vizepräsident Sektion ZH

 

Was hat dich zur Teilnahme an der Service-public-Tagung bewogen?

Als Vorstandsmitglied der Sektion Zürich ist es ein Muss über das wichtige Thema Informationen aus erster Hand zu bekommen.

 

Was ist dir geblieben? Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse für dich?

Hoheitliche sowie Infrastrukturaufgaben (Polizei, Zoll/GWK, Post, SBB, Strom, Kommunikation, Wasserversorgung, Steuern usw.) dürfen auf keinen Fall privatisiert werden. Ich würde eine schlanke Initiative gegen solche Privatisierungen auf die Beine stellen, welche mit Sicherheit vom Volk bestätigt würde.

Was hat dich am meisten beeindruckt?

Das Referat vom Jan Willem Goudriaan von der EPSU*, in welchem er klargemacht hat, wie die EU gegen allen Verstand versucht, das Wasser zu privatisieren.

 

Welche Chancen und Risiken siehst du für den Service public generell und für Zoll und Grenzwache speziell?

Die Chance ist, dem  Parlament erklären zu können, dass wir ein Drittel der Bundeseinnahmen generieren; das Risiko ist, dass bei künftiger (Wieder-)Annäherung an die EU aufgrund weniger Aufgaben für Zoll und GWK dann der Personalbestand verringert werden müsste.

 

Hast Du Wünsche oder Anregungen an die Service-public-Verbände generell und an Garanto speziell?

Es wäre wünschenswert, dass sich die Verbände für einen starken Service public voll einsetzen und sich darauf konzentrieren, den Service public nachhaltig zu stärken. In der Resolution wurden die Ziele zu weit gefasst, wodurch die Kernbotschaft „Ein starker Service public – damit die Schweiz funktioniert“, nicht wirklich durchgesetzt werden kann.

 

* EPSU = European Federation of Public Service Unions


 

Frank Zimmerli, Mitglied Sektionsvorstand SH

 

Was hat dich zur Teilnahme an der Service-public-Tagung bewogen?

Das angekündigte Programm fand ich sehr vielseitig und spannend. Mich interessierte vor allem die Rolle der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst. Wie gehen sie gegen Abbau und Privatisierungen vor? Wie schlimm ist es bereits? Auch dass etwas über die europäische Situation gesagt werden sollte, fand ich gut.

 

Was ist dir geblieben? Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse für dich?

Bürgerliche Parlamentarier wollen in der Regel so viel wie möglich privatisieren. Stossen sie mit ihren Privatisierungsgelüsten auf Widerstand, bringen sie eine Teilforderung vor. Bei jeder angenommenen erreichen sie etwas mehr. So kommen sie ihrem Ziel immer näher. Es ist die altbewährte „Salamitaktik“ unserer Gegner – und sie haben damit Erfolg. Wir müssen also auch diese kleinen und scheinbar harmlosen Service-public-Abbauschritte immer wieder aufs Neue energisch bekämpfen. Nicht genug damit, wir müssen selber aktiver werden und Gegenforderungen stellen! Einmal mehr wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, gewerkschaftlich organisiert zu sein und möglichst viele Mitglieder zu haben. Zu guter Letzt:  Als Arbeitnehmer und erst recht als Angestellter im öffentlichen Dienst darf man keine bürgerlichen Politiker mehr wählen.

 

Was hat dich am meisten beeindruckt?

Drei Dinge sind mir besonders geblieben:

  • Die erste europäische Bürgerinitiative – Wasser ist ein Menschenrecht!
  • Unser ÖV ist so gut ausgebaut, sicher und zuverlässig wie sonst nirgends. All dies könnte sich sehr rasch ändern.
  • Der Staat subventioniert Privatspitäler. Es gibt solche, die fette Gewinne einstreichen indem sie widerrechtlich Lohndumping betreiben. Am Beispiel von La Providence (NE) wurde dies sehr schön aufgezeigt.

 

Welche Chancen und Risiken siehst du für den Service public generell und für Zoll und Grenzwache speziell?

Die meisten wollen im Prinzip einen gut funktionierenden Service public. Viele möchten auch, dass dieser wirklich öffentlich ist. Sie wissen, dass nur so ein Service garantiert ist, der allen gerecht wird und fair abläuft. Wenn es uns gelingt, die negativen Auswirkungen der Privatisierungen besser aufzuzeigen und die hierfür Verantwortlichen besser ins Gedächtnis zu rufen, umso besser. Wir selbst müssen in jeder Situation absolut pflichtbewusst handeln und noch kundenfreundlicher werden.

 

Hast Du Wünsche oder Anregungen an die Service-public-Verbände generell und an Garanto speziell?

Ich wünsche mir kämpferische  Service-public-Verbände, die klare Forderungen stellen und   eng zusammenarbeiten. Wo es Sinn macht, soll man fusionieren. Unsere Anliegen können mit grossen, über Dachverbände vernetzte Gewerkschaften besser durchgesetzt werden.

Angestellte in der Privatwirtschaft haben meistens weniger gute Arbeitsverträge und weniger sichere Arbeitsplätze. Dies dürfen wir nie vergessen. Darum ist auch wichtig, dass wir uns ihnen gegenüber solidarisch zeigen. Wir müssen uns stets dafür einsetzen, dass auch sie bessere Arbeitsbedingungen bekommen.


Interviews: Oscar Zbinden, Garanto

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