VGB will Abschaffung des Negativlohnes

23.02.2012

Revision Bundespersonalverordnung (BPV)

Auch die VGB wird beim Negativlohn aktiv: Nachdem garaNto von der EZV den Verzicht auf Lohnkürzungen bei dreimaligen 2-er-Personalbeurteilungen fordert, will die VGB, dass bei der Revision der BPV der umstrittene Passus im Artikel 39 gestrichen wird.

In ihrem Brief vom 25.01.2012 an das Eidg. Personalamt (EPA) führt die VGB u.a. an, dass „die konkreten Beispiele zeigen, dass die Praxis willkürlich und mit einer zielführenden Personalentwicklung unvereinbar ist. Deshalb sind wir der Ansicht, dass der Art. 39 BPV revidiert werden muss.“

Antrag VGB

Bei Leistungen der Beurteilungsstufe 2 ist auf Lohnreduktionen zu verzichten. Art. 39 Absatz 4 BPV ist dementsprechend anzupassen. Gleichzeitig beantragen wir auch bei Leistungen der Beurteilungsstufe 1 (Absatz 5) auf negative Lohnmassnahmen zu verzichten. Die Verordnungsanpassungen sind mit der nächsten Revision der BPV vorzunehmen.

Begründung

Lohnreduktionen wirken bei den Betroffenen demotivierend. Sie sind nicht geeignet, Leistung und Verhalten positiv zu beeinflussen. Positiv beeinflusst werden gute Leistungen durch klar formulierte und erreichbare Ziele, einem kooperativen Führungsstil und wo nötig mit zielführenden Entwicklungsmassnahmen.

Die Negativlohnkomponente in Abs. 4 wirkt sich zudem kontraproduktiv aus. Weil die Mitarbeitenden Angst haben, nach dreimaliger Beurteilung der Stufe 2 mit einer Lohnreduktion konfrontiert zu werden, widersetzen sie sich einer 2-er-Beurteilung vehement, selbst dann, wenn sie gerechtfertigt ist.

Die betroffenen Mitarbeitenden bei der EZV beispielsweise verstehen nicht, warum sie nach dreimaliger Beurteilung in der Stufe 2 mit einer Lohnreduktion bestraft werden, obwohl sie die Ziele weitgehend erfüllen. Noch heikler ist die von der EZV vorgenommene Unterscheidung in Mitarbeitende, die noch Entwicklungspotential haben und Mitarbeitenden, die kein Potential mehr aufweisen. Erstere wurden mit einer Lohnreduktion von 1–2% bestraft, die anderen nicht. Damit wird der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Lohnreduktionen, wie sie Art. 39. Abs. 4 vorsieht, waren 2008 nicht Gegenstand der sozialpartnerschaftlich ausgehandelten Vorlage. Sie wurden auf Antrag des VBS im Rahmen des Mitberichtsverfahrens erst nachträglich vom Bundesrat eingefügt.

Die Wirkung von Malus-Systemen ist negativ, darüber besteht bei öffentlichen und privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen weitgehend Konsens. So verzichtet die Schweizerische Post seit 1.1.2008 auf Lohnreduktionen bei der individuellen Leistungshonorierung. Darauf haben sich die Sozialpartner 2007 verständigt und im Post-GAV explizit festgehalten, dass „ eine Reduktion des Grundlohns aufgrund der Leistung (Malussteuerung) nicht mehr zulässig ist“.

Die VGB ersucht das EPA, die Revision des Art. 39 BPV im Sinne ihrer Anträge und Ausführungen einzuleiten und schnellstmöglich dem Bundesrat vorzulegen.

VGB, 25.01.2012

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