Wichtige Zeugnisse der Schweizer Sozialgeschichte

26.11.2012

Ausstellung „Konflikte und soziale Errungenschaften im 20. Jahrhundert“


Am 03.11.2012 hat der vierte Schweizer Archivtag stattgefunden. Landesweit haben verschiedenste Archive dem Publikum ihre Tore geöffnet und auf ihre Schätze hingewiesen, darunter auch das SGB-Archiv. 

Die Protokolle des Oltner Aktionskomitees, Streikdokumente aus dem frühen 20. Jahrhundert, das Friedensabkommen 1937, Diskussionen um die Einführung von Sozialversicherungen sowie der aktuelle Kampf gegen neue Prekarisierung: Dies waren die Schwerpunktthemen einer Ausstellung, mit welcher sich das Archiv des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) am Samstag, 3. November 2012, einer breiten Öffentlichkeit vorstellte.

Das SGB-Archiv stellte an diesem Tag einige Perlen seines Bestandes aus. Die von Archivarin Dominique Moser-Brossy ausgewählten Dokumente ermöglichen einen historischen Galopp durch die letzten 100 Jahre Sozialgeschichte unseres Landes (s. „Tagesschau“, SF, 03.11.2012, 19h30, auf dem SF-Videoportal: www.videoportal.sf.tv).

E.A. (SGB) / OZ


Das Archiv des SGB

 

Gedächtnis und Vermächtnis der Gewerkschaften

 

Dominique Moser-Brossy betreut seit 1994 die Bibliothek und das Archiv des SGB-Sekretariats in Bern. Sie arbeitet in einer 50-%-Anstellung. Für den nationalen Archivtag organisiert  und gestaltet sie jeweils die Ausstellungen und Führungen des SGB-Archives.

 

OZ: Seit wann macht das SGB-Archiv am nationalen Archivtag mit?

 

Dominique Moser-Brossy:

Wir haben zum dritten Mal mitgemacht. 2002 hatten wir eine Ausstellung mit verschiedenen Elementen und ohne spezifischen Titel. 2007 lautetet der Titel „Mutterschaftsversicherung 1904 - 2004: Von Generation zu Generation – sechs politische SGB-Sekretärinnen als Zeitzeugen“. Der erste nationale Archivtag hatte 1997 stattgefunden, doch damals war für uns die Bibliothek noch wichtiger, und ausserdem arbeitete ich erst seit relativ kurzer Zeit für den SGB.

 

Wird das SGB-Archiv auch nächstes Mal mitmachen?

Das Bundesarchiv, welches die Eidgenossenschaft repräsentiert, ist auf der rechten Seite der Monbijoubrücke und das SGB-Archiv auf der linken – dieser Symbolik muss man doch einfach Rechnung tragen! Doch im Ernst: Ich finde es lohnend, an solchen Anlässen mitzumachen, denn es ist eine einzigartige Gelegenheit, die Bedeutung der Gewerkschaften und ihrer Errungenschaften einem grösseren Publikum näherzubringen, und dies ausserhalb des emotionalen Umfeldes von Kampagnen.

 

Archive gelten manchmal als verstaubter Luxus. Wie wichtig sind sie denn im Alltag noch?

Auf Archive kann man nicht verzichten, denn ohne sie gibt es weder Belege noch Geschichte. In der Ära der Elektronik und Informatik werden sie weniger staubig, doch leistungsfähige Archivierungssysteme bleiben sehr teuer.

 

Welches sind die Perlen im SGB-Archiv?

Das ist schwer zu beantworten. Buchstäblich ins Auge fallen einige Plakate, inhaltlich gesehen gibt es aber auch ausserordentliche Briefwechsel. Mir ist aufgefallen, dass hingegen viele Besucher stärker von den grossen Sammelbänden der Gewerkschaftszeitungen vom Beginn des 20. Jahrhunderts fasziniert sind als von älteren Manuskripten.

 

Interview: Oscar Zbinden (OZ)



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