Wir fordern echte Lohnverhandlungen

Einmal mehr wird das Bundespersonal durch kurzsichtige Spar- und Abbaupläne bestraft –  für etwas, das es nicht selbst verschuldet hat. Darunter und unter dem ewigen Hin- und Herschieben der Verantwortung zwischen Bundesrat, National- und Ständerat leidet auch die EZV, besonders das zivile Zollpersonal. Trotz diesem schwierigen Umfeld bleibt aber auch die Forderung nach Lohnerhöhung richtig und wichtig. Dies bekräftigt der Zentralvorstand im jüngsten Schreiben an Bundesrat Maurer.

Brief des Zentralvorstandes an BR Maurer vom  19.12.2016:

Wir fordern echte Lohnverhandlungen

Sehr geehrter Herr Bundesrat Maurer

Mit sehr grosser Enttäuschung haben wir vom Ergebnis der Lohnverhandlungen 2017 Kenntnis genommen. Erneut müssen wir eine Nulllohnrunde hinnehmen. Angesichts des absehbaren Überschusses von 2 Milliarden Franken bei der Bundesrechnung 2016 können wir die Haltung des Bundesrates nicht nachvollziehen. Die Begründung, wonach 2016 eine negative Teuerung zu verzeichnen war, können wir nicht einfach so stehen lassen. Wir geben Ihnen zu bedenken, dass zum Beispiel die Krankenkassenprämien jedes Jahr steigen.

In den Medien vernehmen wir zwar aus Ihrem Munde, dass das Bundespersonal lediglich 8% der gesamten Bundesausgaben ausmacht und sich nicht für grossangelegte Sparmassnahmen eigne. Doch genau das geschieht immer wieder. Bereits der Bundesrat selbst hat im Voranschlag 2017 nebst der Einsparung der Lohnmassnahmen im Rahmen von 28 Mio. Fr. eine weitere Querschnittkürzung von 20 Mio. Fr. vorgenommen. Hinzu kommen nun noch weitere 50 Millionen, welche die bürgerliche Mehrheit im Bundesparlament beschlossen hat.

Wir fordern Sie auf, das Bundespersonal künftig energisch zu verteidigen und keine Kürzungen beim Personalkredit mehr zu akzeptieren. Schöne Worte reichen uns nicht zum Leben. Die Krankenkassenprämien belasten unsere Lebenshaltungskosten jedes Jahr stärker. Die Mieten für die Dienstwohnungen wurden in den letzten Jahren angepasst, und auch die gestiegenen Nebenkosten belasten unser Haushaltsbudget.

Die jüngeren Mitarbeitenden, die sich im Lohnaufstieg befinden, sind auf eine zusätzliche generelle Lohnerhöhung angewiesen, um eine Familie gründen zu können. Grenzwächterinnen und Grenzwächter werden zudem für Einsätze in anderen Landesteilen abkommandiert, und dies führt zu Mehrbelastung in Beruf und Privatleben.

Wir fordern Sie auf, für 2018 echte Lohnverhandlungen zu ermöglichen, welche eine generelle Lohnerhöhung zur Folge haben. Denn die Wertschätzung des Personals zeigt sich auch beim Lohn.

Wir wollen weiterhin unser Bestes geben, aber diese jährlichen Sparrunden und die damit einhergehende steigende Arbeitslast durch den erzwungenen Stellenabbau erschweren dies und drücken auf unsere Motivation.

Nun wünschen wir Ihnen besinnliche Feiertage und ein gutes Ankommen im neuen Jahr

Für die  Mitglieder des Zentralvorstandes von Garanto, der Gewerkschaft des Zoll- und Grenzwachtpersonals:

Roland Liebi, Zentralpräsident

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