Ein vorangekündigtes Gewitter?

04.10.2018

Bezüglich der Fakten, welche aktuell die Führungsebene der Region 4 erschüttern, werden wir uns selbstverständlich erst nach Abschluss der militärischen bzw. der internen administrativen Untersuchung äussern. Wir werden uns aber das Recht vorbehalten, falls nötig, auch die entsprechenden Forderungen zu stellen!

Die aktuelle Situation ist für das Image unserer Verwaltung sehr kritisch und wir alle wünschen uns, dass in diese heikle Angelegenheit möglichst rasch Klarheit gebracht wird und dass das gesamte Personal über die Fakten und Massnahmen gebührend informiert wird!

Ich möchte, dass die Aspekte analysiert werden, welche zu einem verbreiteten Unbehagen bei einem Grossteil der Mitarbeitenden in der Region 4 und schliesslich zu einem kollektiven Beschwerdebrief an Direktor Christian Bock geführt haben.
Man muss sich spontan fragen, wie es zu einer solchen Situation überhaupt kommen konnte. Es bestehen Gesetze, Verordnungen, Bestimmungen, interne Richtlinien und Kontrollorgane wie unseren HR-Zentren. Müsste dies nicht vollkommen ausreichen, um das System gegenüber den Arbeitnehmern und ihren Grundrechte zu gewährleisten? Offenbar nicht!

Am 3. Mai 2016 erhielt das gesamte Personal der Region 4 ein Informationsschreiben zum Thema interner Versetzungsgesuche. Die Idee, welche übrigens von einer Konkurrenzgewerkschaft stammte, war grundsätzlich nicht so falsch: Die Grundidee des Projektes war, ein Versetzungsgesuch dort anzuregen, wo eine solche Versetzung zu einer beruflichen Kompetenzerweiterung führen könnte. Dies jedoch “Conditio sine qua non”, sprich unter der Bedingung, dass solche Versetzungen freiwillig, zeitlich begrenzt und vor allem unter Berücksichtigung der familiären und privaten Situation stattfinden. Keinesfalls sollten sie bestrafenden Charakter haben!!!
Im Nachhinein ist man immer Gescheiter, aber ich denke, es war weitsichtig, dass ich aus verschiedenen Gründen entschieden hatte, ein solches Projekt im Namen von Garanto nicht zu unterschreiben! Nur wenige Monate später, anfangs Juli, verlangte ich vom Kommandanten der Region 4 genauere Erklärungen zu zahlreichen Zwangsversetzungen, welche im Gange waren. Denn sie hatten nichts mehr mit der ursprünglichen Philosophie des Projektes zu tun hatten und berücksichtigten die versprochenen Rahmenbedingungen in keiner Weise. Offensichtlich wurden die Tatsachen einfach ignoriert und die eigene Vision des Projektes umgesetzt…

Ich überlasse es den Leserinnen und Lesern, ihre Schlüsse zu ziehen: Handelt es sich um ein gutes Projekt, das aus den Fugen geriet, oder um eine rücksichtslose Anwendung mit versteckten Absichten?

Diese traurige Angelegenheit wird ihre Spuren hinterlassen. Sie ist merkwürdig und vollkommen atypisch für unsere Breitengrade, ungewöhnlich in ihrer Art (innerhalb unserer Verwaltung) und hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Auch wenn die bestehenden Vorschriften es ermöglichen, sehr “grosszügig” über das eigene Personal zu verfügen, so reagieren die Betroffenen, wenn die Grenzen des gesunden Menschenverstandes überschritten werden. Sie schliessen sich zusammen und prangern das System an, wohlverstanden ohne Unterstützung eines Personalverbandes und trotzdem mit Erfolg! Hut ab für diesen Mut und die Eigeninitiative!

 Roberto Messina, Präsident Sektion Tessin

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Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto