Lehrreiches Gruseln für Zoll, GWK & Co.

20.10.2011

Sein und Schein im Genfer Musée „Être et Paraître“

 

 Die Schatten von Sherlock Holmes, James Bond und Indiana-Jones scheinen drinnen genauso vorbeizuhuschen wie letzte Wolkenfetzen draussen an diesem späten Nachmittag Anfang September 2011. Wer das Musée „Être et Paraître“ betritt, ist bald im richtigen Film: einem Krimi, Agentenfilm oder Expeditions-Thriller.

Der „Museums-Direktor“ selbst führt durch seine gruselige, spannende und lehrreiche Ausstellung im alten Zollhaus von Bourdigny (GE): Lucien Ingivel, ursprünglich Zollfachmann und jetzt Grenzwächter ist noch eher jung, hat aber eine alte Leidenschaft – das Sammeln getarnter Gegenstände aller Art. Einige Objekte sind antik, etwa Kirchenkreuze mit versteckten Dolchen oder Pistolen, andere aktuell, z.B. Mobiltelefone mit integrierter Pistole.

In seiner Freizeit sucht und findet Ingivel Ausgehöhltes, Doppelbödiges und als harmlos Getarntes aller Art aus der ganzen Welt. Jedes dieser Objekte hat eine Geschichte. Dieses Museum birgt Tausende von Gegenständen, von denen manche einen abendfüllenden Thriller hergeben würden. Soviel Zeit und Raum haben wir leider nicht. Wir beschränken uns heute auf ein kurzes Gespräch mit Lucien Ingivel.

Oscar Zbinden, Informationsbeauftragter garaNto

 

OZ: Wann hast du mit dem Sammeln begonnen?

Ich habe vor rund 20 Jahren damit begonnen, alles was getarnt ist, zu sammeln.

Was war dein erstes Objekt?

Mein erstes Objekt war ein funktionierendes Feuerzeug mit doppeltem Boden – als Versteck für Drogen oder so. Es ist sehr gut getarnt; man sieht auf den ersten Blick gar nichts. Ich habe es immer noch. Heutzutage existieren viele verschiedene Modelle dieser Art.

Welches ist dein jüngstes Objekt?

Mein jüngstes Objekt ist ein Koffer, welcher von Dieben an Bahnhöfen und Flughäfen benutzt wird. Man stülpt ihn einfach auf einen anderen, kleineren Koffer oder über eine Aktentasche. Diese verschwindet dann im grösseren Koffer, der unten offen ist und den kleineren Koffer "verschluckt". Im Innern gibt es eine Rückhalte-Automatik aus Zangen und Drähten, welche den gestohlenen Koffer fixieren.

An wen richtet sich deine Sammlung?

Mein Zielpublikum sind Gesetzeshüter und Sicherheitspersonal (Zoll und Grenzwache, Gefängnisse/Strafvollzug, Polizei, Flugsicherheit u.ä. im In- und Ausland sowie deren Freunde und Familien.

Weshalb machst du das?

Im Vordergrund stehen die Sensibilisierung gegenüber Tarnungen und Fälschungen sowie die Motivierung von Gesetzes- und Ordnungshütern. Ich mache das aus Liebe zu meinem Beruf. Die Gegenstände treibe ich mit privaten Mitteln auf der ganzen Welt auf, z.B. bei Antiquitätenhändlern und Trödlern, bei Auktionen u.ä.). Für spezielle Asservate habe ich natürlich die nötigen Bewilligungen; nichts stammt aus Zollkontrollen. Meine Internetseite ist übrigens schon über 132'400 mal (14.09.2011) angeklickt worden (www.narcoticsmuggler.ch).

Das Museum "Sein & Schein" übt keinen kommerziellen Zweck aus und ist seit kurzem als Stiftung im Handelsregister eingetragen. Themen der Sammlung sind: Schmuggel früher und heute, getarnte Waffen, ebenfalls antik und modern, CITES-Objekte*, Falschgeld (Münzen und Noten), Einbruchswerkzeug, Spionage-Utensilien und andere Kuriositäten. Für eine Besichtigung bitte anmelden via Homepage: www.narcoticsmuggler.ch

*CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) = Washingtoner Artenschutzabkommen.



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