Mehr Schutz für ältere Arbeitnehmende nötig

Am 1. Juli 2016 hat Movendo zusammen mit dem SGB eine Tagung zu den Problemen der „Generation 50 plus“ auf dem Arbeitsmarkt durchgeführt. Diskutiert wurden dabei auch Forderungen nach mehr Schutz und besseren Perspektiven.

 

Entgegen der landläufigen Meinung, die z.B. Bundesrat Schneider-Amman vertritt, ist die Erwerbsbeteiligung der Über-50-Jährigen nicht besonders gut und zudem rückläufig. In den letzten Jahren ist eine steigende Arbeitslosigkeit in den höheren Altersgruppen nachzuweisen – vor allem bei Männern, wie der SGB-Chefökonom, Daniel Lampart, festhielt. Dies liegt u.a. daran, dass früher für ältere Arbeitnehmende eine IV-Rente besorgt werden konnte. Doch heute ist diese wegen des Spardrucks, der auf dieser Sozialversicherung lastet, viel schwieriger geworden. Ausserdem sind viele Nischenarbeitsplätze verschwunden.

 

Die Probleme der älteren Arbeitnehmenden rühren nicht nur daher, dass sich viele Firmen einem Jugendwahn verschrieben haben, sondern Ältere gezielt diskriminieren. Einerseits sind jüngere Arbeitnehmende lohn- und sozialversicherungsmässig günstiger. Andererseits werden Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmende verbreitet, z.B. dass sie weniger leistungsfähig und gesundheitlich angeschlagen seien, was so nicht stimmt. Weiterer Grund: Wegen der demografischen Verschiebung gibt es heute mehr ältere als jüngere Arbeitnehmende und demzufolge auf dem Arbeitsmarkt erhöhte Konkurrenz unter dieser Gruppe.

 

Kündigungsschutz und Weiterbildung

An der Tagung wurden auch Forderungen diskutiert. An erster Stelle stehen da ein besserer Kündigungsschutz für über 50-Jährige sowie bessere Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

Der SGB fordert:

  • Kündigungsschutz für langjährige ältere Arbeitnehmende
  • obligatorische Stellenmeldung an alle RAVs (Studien in anderen Ländern zeigen, dass Ältere so bessere Chancen haben, wieder eine Stelle zu finden)
  • Förderung von Aus- und Weiterbildung für Ältere
  • berufliche Standortbestimmung ab 45
  • Diskriminierungsverbot älterer Arbeitnehmenden.

 

An der ersten Alterskonferenz des Bundes 2015 wurde von den Sozialpartnern bereits vereinbart, dass bei Stelleninseraten keine Altersgrenzen mehr erwähnt werden sollen. Aber wie am Vortag der Movendo-SGB-Tagung ausgekommen ist, hält sich nicht einmal der Bund daran.

 

Es zeigt sich, dass die Arbeitgeber immer weniger bereit sind, bei einer Reorganisation, den älteren Mitarbeitern eine Frühpensionierung finanziell zu ermöglichen. Auch der Bund knausert in dieser Hinsicht. Im Stabilisierungsprogramm 2017 - 2019 will er bei den Überbrückungsrenten 10 Mio. Fr. einsparen.

 

Heidi Rebsamen, Zentralsekretärin

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