Schweizer unterschätzen krasse Vermögensungleichheit

30.05.2015

Das Vermögen in der Schweiz ist extrem ungleich verteilt. Noch viel ungerechter, als wir alle denken.

 

Das zeigt eine repräsentative Umfrage bei über 1000 Schweizerinnen und Schweizern*, die SGB und Unia in einem Video präsentieren (www.sgb.ch – Startseite/Aktuell). Wir glauben zwar, dass die reichsten 20 Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Privatvermögens besitzen. Die Realität ist aber viel heftiger: das reichste Fünftel der Schweizerinnen und Schweizer besitzt sechs Mal mehr als alle anderen zusammen, 86% des Vermögens! Den ärmsten 20% bleibt hingegen gar nichts.

 

Schaut man die Superreichen an, wird das Verhältnis noch krasser: Die reichsten 2% besitzen gleichviel wie wir alle zusammen. Und diese Vermögenskonzentration nimmt ständig zu. Weil in den letzten Jahrzehnten die Kapitaleinkünfte der Reichen immer weniger, Arbeit und Konsum aber immer mehr belastet wurden. Und weil die Superreichen ihr Vermögen steuerfrei den Nachkommen vererben. Das ist ungerecht, unsozial und schadet Gesellschaft und Wirtschaft.

 

Ginge es nach den Befragten sähe die Vermögensverteilung viel ausgeglichener aus. Gemäss ihrer Idealvorstellung würde das reichste Fünftel in der Schweiz etwas mehr als einen Drittel des Vermögens besitzen. Und das ärmste Fünftel besässe immerhin 9% des Vermögens und ginge nicht wie in der Realität leer aus.

 

Einen Schritt Richtung Idealvorstellung können die Stimmberechtigten am 14. Juni 2015 tun: Mit einem Ja zu einer nationalen Erbschaftssteuer für Erbschaften über 2 Mio. Fr. würde die Vermögenskonzentration in den Händen weniger gebremst. Betroffen sind nur die reichsten 2% der Bevölkerung. Profitieren würden wir alle, denn die Einnahmen fliessen zur AHV und zu den Kantonen. Das sorgt für mehr Chancengleichheit und stärkt die AHV.

 

* Die Umfrage wurde im März 2015 vom Meinungsforschungsinstitut Link durchgeführt. Befragt wurden im Rahmen eines Visual Bus (Online-Umfrage-Instrument von Link) 1009 Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren, die mindestens einmal wöchentlich zu privaten Zwecken im Internet sind.

 

SGB/Unia (11.05.2015)


Video: www.sgb.ch – Startseite/Aktuell


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