Unsinnige Dezentralisierung

16.06.2011

Kontrollstrategie Handelswaren – formelle Kontrollen

 

 Überraschend hat die Oberzolldirektion (OZD) am 25./26 Mai 2011 entschieden, formelle Kontrollen der Abteilung 4 und 5 zu dezentralisieren. Dieser Entscheid bringt keine Synergien, nur Ärger mit dem betroffen Personal. garaNto hat am 30. Mai 2011 dem Oberzolldirektor ihre Haltung dargelegt.

 

 

Brief von garaNto an Oberzolldirektor Dietrich:

 

Mit Bestürzung nehmen wir zur Kenntnis, dass die A4 und A5 im Rahmen der Umsetzung der Kontrollstrategie Handelswarenverkehr kurzfristig reorganisiert wird. Ihr Entscheid, die formellen Kontrollen in den Bereichen Ausfuhrbeiträge, Veredlungsverkehr, Mineralölsteuer, VOC, Tabak- und Bierbesteuerung zu dezentralisieren, führt für die direkt Betroffen zu einschneidenden beruflichen und persönlichen Konsequenzen, deren Auswirkungen wir zurzeit nicht abschätzen können.

 

Am 27. Mai 2011, unmittelbar nach Ihrem Entscheid und nach der internen Information in der A 4 und A 5, sind beim Zentralvorstand wie auch beim Zentralsekretariat sehr heftige Reaktionen der direkt Betroffenen eingegangen. Diese sind von Ihrem Entscheid völlig überrascht worden. Vorinformationen über die bevorstehende Dezentralisierung der formellen Kontrolle gab es keine. Die betroffenen Mitarbeitenden signalisierten uns, ihnen würde jetzt der Boden unter den Füssen weggezogen!

 

Nicht nachvollziehbar ist insbesondere, weshalb Sie die Anträge der Mehrheit der Arbeitsgruppe Kontrollstrategie Handelswarenverkehr nicht berücksichtigt haben. Zusammenfassend kam die Arbeitsgruppe nämlich zum Schluss, dass die „Beibehaltung des Status quo unter den gegebenen EZV-internen Rahmenbedingungen die idealste Lösung darstellt“.

 

 

Gegen Ihren Entscheid sprechen vor allem folgende Gründe:

  • Mit der vorgeschlagenen Lösung werden die personellen Ressourcen verzettelt. Dadurch nimmt der bisherige, hohe Qualitätsstandard markant ab.
  • Das Kontingent an Betriebsprüfern muss – wie im Bericht der Arbeitsgruppe dargelegt wird – im Ausmass des Stellenabbaus bei der A 4 und A 5 erhöht werden. Durch die Aufgabenverschiebungen wird die Arbeitsqualität abnehmen, einerseits durch den Wissensverlust bei Mitarbeitenden, die nicht transferiert werden, andererseits als Folge neuer Schnittstellen. Auf den Zollstellen müssen neue Mitarbeitende ihr Know-how von Grund auf erlernen.
  • Echte Synergien sind keine erkennbar, auch nicht ansatzweise.

 

Aus diesen Gründen lehnen wir Ihren Entscheid ab. Die direkt betroffenen Mitarbeitenden werden die Konsequenzen dieses Entscheides tragen müssen: Unsichere berufliche Perspektiven, finanzielle Einbussen oder gar Arbeitsplatzverlust, falls keine geeigneten Stellen angeboten werden können, werden die Folge sein.

 

Hauptantrag von garaNto

Wir ersuchen Sie, auf Ihren Entscheid zurückzukommen und den berechtigten Vorbehalten der Mehrheit der Arbeitsgruppe Kontrollstrategie Handelswarenverkehr Rechnung zu tragen, insbesondere was die zu dezentralisierenden formellen Kontrollen der A 4 und A 5 anbelangt.

 

Eventualanträge von garaNto

Falls Sie Ihren Entscheid nicht rückgängig machen sollten, stellen wir folgende Anträge:

  • garaNto ist bei den weiteren Arbeiten (Konzeption, Umsetzung) beizuziehen. garaNto wird je einen Vertreter der Sektion Bern und des Zentralvorstandes in die Projektorganisation delegieren.
  • Den direkt betroffenen Mitarbeitenden, die aus beruflichen oder familiären Gründen nicht auf den vorgesehenen Zollstellen arbeiten können, ist eine gleichwertige Arbeit ohne Lohneinbusse anzubieten.
  • Es ist unverzüglich eine interne Beratungsstelle einzurichten, welche die betroffenen Mitarbeitenden berät und betreut.

Zentralvorstand garaNto, 30. Mai 2011

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