Weniger Rente und keine Teuerung?

Das Bundespersonal soll nicht doppelt zur Kasse gebeten werden 

Die per 2019 geplante Senkung von Umwandlungssatz und technischem Zinssatz führt zu Rentensenkungen und einem sinkenden Deckungsgrad bei der Pensionskasse Publica. Der Bundesrat will nun, dass die Bundesangestellten doppelt zahlen: mit Renteneinbussen und einem Verzicht auf die Teuerung in den nächsten zwei Jahren.

Und im Parlament dürfte es auch die bescheidene Einmaleinlage schwer haben. Unter diesen Bedingungen lehnen Garanto und der VPOD eine Senkung des Umwandlungssatzes und damit der Renten ab.

Die Publica plant, den technischen Zins der angeschlossenen Vorsorgewerke per 2019 auf 2% und den Umwandlungssatz von 5,65 auf 5,09% zu senken. Der Bundesrat will 160 Millionen Franken einschiessen und seine jährlichen Beiträge erhöhen. Das reicht bei weitem nicht aus, um das Leistungsniveau zu halten. Bundesangestellte müssen trotz dieses Beitrages mit durchschnittlich 4,5% Renteneinbusse rechnen. Gleichzeitig will der Bundesrat zwar die monatlichen Beiträge an die Pensionskasse erhöhen, dies aber grösstenteils dem Personal selber aufbürden, indem er nicht mal mehr die Teuerung ausgleicht.

Das Bundespersonal musste bereits für 2016 und 2017 bei den Löhnen eine Nullrunde hinnehmen und dieses Jahr dürfte es wieder eine positive Teuerung geben. Deshalb hat der Bundesrat im Voranschlag für 2018 etwas mehr bei den Personalkosten budgetiert. Diese 0,6% will er nun einfach für die 2. Säule verwenden. Dem Personal würde damit nicht mal mehr die Teuerung ausgeglichen. Und es muss trotzdem auch noch einen massiven Leistungsverlust in der Pensionskasse hinnehmen.

Alle Personalverbände sagen dazu geschlossen Nein. Denn das Paritätische Organ Bund, das Leitungsgremium des Vorsorgewerks, hat einstimmig beschlossen, dass der Bund wenigstens 160 Mio. Fr. einschiessen soll und die Angestellten zwar Renteneinbussen, aber nicht auch noch zusätzliche Lohnabzüge in Kauf nehmen müssen. Der Bundesrat hat dank der anhaltend guten Rechnungsabschlüsse genügend Spielraum dafür, ohne dem Personal den Teuerungsausgleich zu verweigern.

Der Bundesrat beantragt nun dem Parlament in der Wintersession diese Einmaleinlage in die Publica zu finanzieren. Obwohl die 160 Mio. Franken viel zu wenig sind (allein für die Garantien der Rentenbeziehenden sind fast 830 Mio. Fr. ungedeckt), ist dieser Beitrag wegen der personalfeindlichen Politik im Parlament nicht gesichert. Unter diesen Bedingungen setzten sich Garanto und der VPOD und ihre Vertretungen in der Kassenkommission dafür ein, dass die Senkung des Umwandlungssatzes und damit der Renten der Aktiven nicht wie geplant vorgenommen wird

Christof Jakob, VPOD Bundespersonal


Änderungen Personalrecht

Auf Anfang 2018 sind Änderungen des Personalrechtes beim Bund geplant. Neben den vom Bundesrat beschlossenen Korrekturen beim Lohnsystem (etwas höhere Lohnentwicklung, weniger Prämien), sind auch heikle Verschärfungen für Langzeitkranke vorgesehen. Erfreulicherweise wird es dank dem Druck der Personalverbände auch kleine Verbesserungen geben: Neu wurde der Urlaub für die Organisation der Pflege und Betreuung von kranken Angehörigen von zwei auf drei Tage pro Fall verlängert.

Die beschlossene Einschränkung der Überbrückungsrente soll erst auf Juli 2018 in Kraft treten. Nur noch Angestellte mit hoher physischer oder psychischer Belastung sollen gemäss Finanzdepartement ab Alter 62 noch einen Anspruch auf einen Beitrag an die Frühpensionierung haben: Eine unnötig enge Auslegung. Die bisherige Regelung mit dem Anspruch auf einen massgebenden Beitrag des Arbeitgebers an eine Frühpensionierung ab 62 wird voraussichtlich noch für diejenigen gelten, die bei der Inkraftsetzung mindestens 60-jährig sind.

Christof Jakob, VPOD Bundespersonal


 

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Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto


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