Zukunftsgerichtete offene Aussprache

04.12.2008

Ausserordentliche Präsidentenkonferenz garaNto vom 24. Oktober 2008

Neben dem wichtigen Meinungsaustausch mit den Sektionspräsidenten stand die strategische Ausrichtung von garaNto im Mittelpunkt. Überraschend deutlich haben die Sektionspräsidenten zudem für eine härtere Gangart beim Widerstand gegen weitere Verschlechterungen bei der Bundespersonalpolitik votiert.

 

Rolf Uster, Zentralpräsident garaNto

 

Runder Tisch - gegenseitige  Erwartungen

Der Ruf nach einer härteren Gangart gegenüber dem Arbeitgeber oder letztlich gar nach Streik war von den Sektionsvertretern unüberhörbar. Die Verschlechterungen im Personalrecht, die Situation beim GWK in Genf sowie die Gesprächsverweigerung auf Bundesebene untermauern diese Forderungen. Das Streikverbot besteht aber immer noch. Für den ZV ist es wichtig, dass sich die Kolleginnen und Kollegen dennoch aktiv an möglichen Protestaktionen beteiligen und nicht nur die Faust im Sack machen. Gewerkschaftliche Erfolge erreichen wir heute leider immer seltener am Verhandlungstisch.

 

Die Besuche von Vertretungen des Zentralvorstands und des Zentralsekretariats sind von den Sektionsvorständen positiv aufgenommen worden. Einig sind sich die Anwesenden darüber, weiter an der Verbesserung der gegenseitigen Kommunikation und Information zu arbeiten.

 

Trotz der geäusserten Kritik an seiner Gangart, ist der ZV der Meinung, die Interessen der Mitglieder gut zu vertreten. Konkrete Fehler bei bestimmten Geschäften werden dem ZV auch nicht vorgeworfen. Die Mitglieder sind durch die Gewerkschaftszeitung, Homepage und die Info-Blätter über die Tätigkeiten informiert. Der ZV will seine Führungsstrukturen aufgrund des ZV-internen Führungspapiers „Aufgaben/Kompetenzen/Verantwortung" (AKV) verbessern. Vergessen wir nicht, dass garaNto immer noch eine Gewerkschaft ist, die vorwiegend nebenamtlich arbeitet, auch der Zentralpräsident.

 

Zielstrebig und glaubwürdig

Wir werden wie schon in der Vergangenheit eine glaubwürdige und konsequente Gewerkschaftspolitik betreiben. Im heutigen politischen Umfeld mit seinen Verschlechterungen für die Bundesangestellten müssen trotz breiter Unzufriedenheit Schwerpunkte gesetzt werden. Wir müssen den Sinn für das Machbare im Auge behalten und weiterkämpfen. Das geht nicht von heute auf morgen. Schlagworte sagen sich leicht. Sie scheitern aber oft an der politischen Wirklichkeit im Bundesrat und im Parlament. Wichtig sind jetzt Zielstrebigkeit und strategisch richtige Entscheide.

 

Vertrauen als Verpflichtung

Nach intensiver und offener Diskussion kamen die Teilnehmer der Präsidentenkonferenz (PK) zum Schluss, dass ich als Zentralpräsident von garaNto weitermachen soll. Dieser Vertrauensbeweis freut mich. Ich werde meine Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen weiterführen.

 

Der Zentralpräsident führt die Gewerkschaft garaNto gemäss den Zentralstatuten und den demokratischen Beschlüssen der Gremien. Der Fokus sollte allerdings nicht auf den Zentralpräsidenten, sondern auf unsere nebenamtlichen Strukturen und die Abhängigkeit vom guten Willen des Arbeitgebers gerichtet werden. Diese Abhängigkeit ist ein Hemmnis im gewerkschaftlichen Auftreten, wie dies die Voten verschiedener Teilnehmer der PK bestätigten. Es kommt immer wieder zu Druckversuchen von Vorgesetzten gegenüber garaNto-Vertretern. Da müssen die Sektionsvorstände unbedingt Paroli bieten.

 

Ich bin überzeugt, dass dieses Dilemma nur mit einer weiteren Professionalisierung und der Zusammenarbeit mit starken Partnergewerkschaften gelöst werden kann - nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker als zersplittert. Ich erinnere daran, dass auch garaNto aus einer Fusion entstanden ist.

 

Doppelstrategie garaNto

Im Sommer 2008 hat der ZV die untenstehende Auslegeordnung zur Strategie 2004- 2008 vorgenommen. Das meiste ist umgesetzt. Nur das letzte Element, der organisationspolitische Zusammenschluss, ist bisher nicht realisiert. Die Strategie 2004-2008 wird durch die Doppelstrategie 2008-2010 abgelöst. Neue Verhandlungen sind noch mit keinem Verband aufgenommen worden. Der ZV ist dabei folgendem  einstimmig angenommenen Kongress-Antrag 2004 „Verhandlungsmandat mit Service- public-Gewerkschaften" verpflichtet: „Der Zentralvorstand von garaNto erhält die Kompetenz - sofern es die Situation erfordert und nach Rücksprache mit den Sektionen - mit anderen Gewerkschaften und Verbänden des Service public Verhandlungen über verstärkte Zusammenarbeit, Zusammenschlüsse oder die Gründung einer grossen Service-public-Gewerkschaft aufzunehmen."

 

 

Strategie garaNto 2004 - 2008

 

 

Doppelstrategie garaNto 2008 - 2010

  • 1. Ausbau Zentralsekretariat

(Informationsbeauftragter)

JA

 

Stärkung garaNto

(1. Priorität)

  • 2. Sekretariatsanschluss an VPOD

JA

 

  • Konzentration auf das Kerngeschäft
  • 3. Auslagerung Rechtshilfe an VPOD

JA

 

  • Optimierung der Führungsstrukturen im ZV
  • 4. Schaffung regionaler Stützpunkte

JA

 

  • Dynamisierung der Sektionen
  • 5. Organisationspolitischer Zusammenschluss

?

 

  • Stärkung der Aktionsfähigkeit
  • Optimale Dienstleistungen

 

 

 

  • Gewerkschaftliche Bildung

 

 

 

  • Aktive Kommunikation

 

 

 

Organisationspolitischer Zusammenschluss:

mögliche Optionen (2. Priorität)

 

 

 

  • Alleingang so lange als möglich

 

 

 

  • Interprofessionelle Gewerkschaft *

 

 

 

  • Bundespersonal-Gewerkschaft mit dem PVB (Personalverband des Bundes) oder anderen Gewerkschaften der VGB (Verhandlungsgemeinschaft Bundespersonal)

 

* Projekt „Zusammenschluss der Gewerkschaften Kommunikation, VPOD und Comedia" für den öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich

 

 

Es geht hier um eine erste Präsentation. Wir fordern die Sektionsvorstände und mit ihnen alle Mitglieder schon jetzt auf, unsere Doppelstrategie intensiv zu diskutieren. Vor der nächsten ordentlichen PK vom 14./15. Mai 2009 wird der ZV den Sektionsvorständen ein Konzept zur Doppelstrategie vorlegen. An der PK wird das weitere strategische Vorgehen festgelegt.

 

Entscheidend und Bedingung für einen weiteren Alleingang von garaNto sind eine erfolgreiche Mitgliederwerbung durch die Sektionsvorstände und gesunde Finanzen. Mitglieder sind das Fundament einer Gewerkschaft. Gelingt es nicht, mittelfristig die Mitgliederzahl zu erhöhen, ist es für garaNto höchste Zeit für eine Neuausrichtung.

 

Aufruf zum Schluss:

Mitgliederwerbung, Mitgliederwerbung und nochmals Mitgliederwerbung!

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Keine Angst vor der Personalbeurteilung! - Merkblatt Garanto

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