Lohnverhandlungen Bund: Einigung auf 0,5 Prozent Teuerungsausgleich, aber...
MEDIENMITTEILUNG – Die Personalverbände und Bundesrätin Karin Keller-Sutter haben an der heutigen Lohnverhandlung eine sozialpartnerschaftliche Einigung erzielt: Der Teuerungsausgleich für das Bundespersonal soll 0,5 Prozent betragen. Die Kürzungs-Anträge aus den Finanzkommissionen sorgen aber für Irritation bei den Personalverbänden. Die Verbände fordern das Parlament auf, das Verhandlungsergebnis zu respektieren.
Eine Lohnerhöhung von 0,5 Prozent ist kein herausragendes Resultat. Damit kann die Teuerung auf den Löhnen ausgeglichen werden – gemäss aktuellen Prognosen wird die Jahresteuerung 2025 bei 0,2 Prozent liegen – viel mehr aber auch nicht. Damit ist nur ein kleiner Abbau der Teuerungsrestanz aus den Vorjahren möglich. Für die Privatwirtschaft rechnet zudem die UBS gemäss ihrer Lohnumfrage mit Lohnmassnahmen von 1,0 Prozent für 2026.
Bereits mit dem Entlastungspaket 2027 (EP27) trägt das Personal substanzielle Verschlechterungen bei den Anstellungsbedingungen mit. Das Verhandlungsresultat steht denn auch in direktem Zusammenhang mit dem EP27: Die Personalverbände hatten dabei eine Kürzung der Lohnmassnahmen von 1,0 auf 0,5 Prozent in Kauf genommen, um weitergehende Kürzungen bei den Anstellungsbedingungen verhindern zu können.
Die Personalverbände sind deshalb irritiert von den Anträgen der beiden Finanzkommissionen, welche die Mittel für den Teuerungsausgleich kürzen wollen. Damit missachtet das Parlament die Sozialpartnerschaft in der Bundesverwaltung und übersteuert das Verhandlungsresultat zwischen Verbänden und Bundesrat massiv. Die Verbände appellieren deshalb an das Parlament, das Verhandlungsergebnis zu respektieren und dem Bundesratsantrag (Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent) zu folgen.
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